(ots) - Forum Netzintegration der Deutschen Umwelthilfe
präsentiert Politikempfehlungen zum Um- und Ausbau der Stromnetze -
Fast 60 Unternehmen der Stromwirtschaft, Bürgerinitiativen, Verbände
und Wissenschaftsinstitutionen erarbeiten und unterzeichnen das
Konzept - Übergreifendes Ziel: Mehr Akzeptanz
Fast drei Jahre nach der Übergabe erster Handlungsvorschläge zum
Um- und Ausbau der Stromnetze für die Energiewende an die damalige
Bundesregierung präsentiert das von der Deutschen Umwelthilfe e. V.
(DUH) initiierte Forum Netzintegration mit "Plan N 2.0" neue
Empfehlungen an die Politik. Sie sind das Ergebnis eines zweijährigen
breiten und intensiven Diskussionsprozesses zwischen Fachleuten aus
Industrie- und Umweltverbänden, Unternehmen der Stromwirtschaft,
Bürgerinitiativen, Naturschützern sowie Vertretern von Kommunen und
Wissenschaftlern. Insgesamt haben Plan N 2.0 fast 60 am Prozess
beteiligte Institutionen, Unternehmen, Organisationen und Verbände
unterzeichnet.
Übergreifendes Ziel des mehr als hundert Seiten umfassenden
Politikpapiers ist es, die neue Infrastruktur für eine risikoarme
Energieversorgung natur- und sozialverträglich zu gestalten und so
ihre Akzeptanz und mit ihr die der Energiewende insgesamt zu stärken.
Dabei werden alle relevanten Themen von einer verbesserten und
frühzeitigen Bürgerbeteiligung in allen Phasen der Planung, über die
technische Ausgestaltung des Netzum- und -ausbaus bis hin zu
konkreten Vorschlägen für einen verbesserten Wohnumfeldschutz
behandelt. Gegenstand der Empfehlungen sind sowohl die
Übertragungsnetze, als auch die Herausforderungen auf der
Verteilnetzebene und Fragen des Naturschutzes im Zusammenhang mit dem
Leitungsbau. Möglichkeiten zur Minimierung des notwendigen
Netzausbaus werden ebenso behandelt wie Vorschläge für eine
finanzielle Teilhabe oder einen Nachteilsausgleich für Kommunen und
Regionen, die von Stromtrassen betroffen sind.
"Der lange, phasenweise auch zähe Diskussionsprozess zwischen weit
divergierenden Interessen hat sich gelohnt: Während anderswo das
´Gemeinschaftswerk Energiewende´ nur beschworen wird, haben die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums Netzintegration bewiesen,
dass es geht. Konsens und praktische Empfehlungen müssen bei der
Energiewende kein Widerspruch sein, wenn sachorientiert und geduldig
diskutiert wird", sagte Peter Ahmels, der Leiter Erneuerbare Energien
der Deutschen Umwelthilfe und Koordinator des Forums Netzintegration
bei der Vorstellung der Handlungsempfehlungen. Ahmels erinnerte aber
auch daran, dass es um viel mehr gehe als um einen Streit über die
Zahl der Trassenkilometer, die für die Energiewende gebraucht werden.
Vielmehr müsse alles in Deutschland verfügbare Fachwissen gebündelt
werden, um die Energiewende in jeder ihrer Phasen sowohl ökologisch
als auch ökonomisch erfolgreich zu gestalten.
Der Leiter Kommunikation und Public Affairs des
Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, Olivier Feix, lobte den
konstruktiven Verlauf des langen Diskussionsprozesses, der
schließlich eine Reihe positiver Kompromisse hervorgebracht habe.
Feix: "Durch den ständigen Austausch und Dialog mit den
unterschiedlichen Akteuren ist bei allen Beteiligten ein besseres
Verständnis über den jeweils anderen gewachsen. Dies zeigt sich jetzt
zum Beispiel bei der Frage nach der frühen Einbeziehung der
Öffentlichkeit in aktuellen Verfahren zum Bau von neuen
Stromtrassen".
Für die acht beteiligten Bürgerinitiativen, die Plan N 2.0
unterzeichnet haben, hob der Vorsitzende der niedersächsischen BI
Delligsen in der Hilsmulde e.V., Heinz-Jürgen Siegel, hervor, dass
die trassenkritischen BIs die Umstellung des Stromversorgungssystems
auf Erneuerbare Energien grundsätzlich begrüßen. Siegel: "Wir sehen
jedoch mit Sorge die Defizite bei der Umsetzung. Vor allem deshalb
haben wir uns am Forum Netzintegration und den Diskussionen zu Plan N
2.0 beteiligt". Man habe dort Kernanliegen der Bürgerinitiativen
einbringen können, etwa im Zusammenhang mit einer ernsthaften,
rechtzeitigen und umfassenden Information und Beteiligung der
Bürgerinnen und Bürger an den Planungsverfahren, mit dem Schutz der
Gesundheit und des Wohnumfeldes bei der Trassenplanung, der gerechten
Kostenverteilung bei der Energiewende oder dem Schutz von Umwelt und
Landschaft vor einem überdimensionierten Netzausbau. Zwar fänden sich
am Ende nicht alle Forderungen der BIs in Plan N 2.0 wieder.
Insgesamt habe man aber zustimmen können, auch weil die DUH sich
stets als um Neutralität bemühter Vermittler zwischen den
unterschiedlichen Interessen gezeigt habe.
Plan N 2.0 soll (wie sein Vorgänger "Plan N" im Dezember 2010) im
Januar 2014, wenn sich eine neue Bundesregierung formiert hat,
Spitzenvertretern der zuständigen Ministerien bzw. des zuständigen
Ministeriums offiziell übergeben werden. Das Forum Netzintegration
wird seit fünf Jahren vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.
Plan N 2.0 zum Herunterladen: http://l.duh.de/p061213,
Internetseite des Forums Netzintegration Erneuerbare Energien:
www.forum-netzintegration.de
Pressekontakt:
Dr. Peter Ahmels, Deutsche Umwelthilfe, Leiter Erneuerbare Energien,
Tel.: 030 2400867-91, Mobil: 0151 1622 5863, E-Mail: ahmels(at)duh.de
Olivier Feix, 50Hertz Transmission, Leiter Kommunikation/Public
Affairs
Tel.: 030 5150 3813; Mobil: 0174 3431873, E-Mail:
olivier.feix(at)50hertz.com
Heinz-Jürgen Siegel, BI Delligsen in der Hilsmulde e.V., Vorsitzender
Tel.: 05187 4480, Mobil: 0175 4172 196, E-Mail:
heinz-j.siegel(at)t-online.de
Dr. Gerd Rosenkranz, Deutsche Umwelthilfe, Leiter Politik & Presse
Tel.: 030 2400867-0; Mobil: 0171 5660577, E-Mail: rosenkranz(at)duh.de