(ots) - Der Biogasrat+ e.V. - dezentrale Energien ist in
höchstem Maße besorgt über die bisherigen Ergebnisse der
Koalitionsverhandlungen zur künftigen Energiepolitik. "Das derzeitige
Zwischenergebnis ist an Konzeptionslosigkeit kaum zu überbieten",
erklärt der Geschäftsführer Reinhard Schultz. "Die Aktienkurse im
Bereich Offshore-Wind stürzen ab und die Biogasbranche, besonders die
Anlagenbauer, stehen vor dem Aus." Schultz ist besonders empört, dass
künftig keine Energiepflanzen mehr zur Biogaserzeugung eingesetzt
werden sollen. "Wir wollen eine Verschiebung der Einsatzstoffe in
Richtung Abfall und Reststoffe. Aber wir brauchen auch die
nachwachsenden Rohstoffe", erklärt Schultz. Wenn es in bestimmten
Regionen Probleme mit Maismonokulturen gebe, dann sollte man dort vor
Ort ansetzen. "Wir könnten gut damit leben, wenn in Landkreisen mit
mehr als 30 Prozent Maisanteil an allen Ackerfrüchten, Biogasanlagen
der Maiseinsatz untersagt wird. Wir können uns auch vorstellen,
innerhalb von fünf Jahren den Maiseinsatz insgesamt auf unter 20
Prozent herunterzufahren", bietet der Biogasrat an. Aber Maisprobleme
seien kein Grund, alle Energiepflanzen, von der Zuckerrübe bis zur
durchwachsenen Silphie aus dem Verkehr zu ziehen. Schultz hofft auf
die Einsicht der Verhandlungsführer von CDU/CSU und SPD und auch auf
den "Aufstand der Landwirte und Energiepolitiker" in den Fraktionen.
Wenn all das, was Wind und Sonne nicht leisten können, nur durch
fossile Energieträger auf Dauer abgesichert werden soll, dann ist ein
Anteil von 90 Prozent erneuerbaren Stroms bis 2050 nicht zu
erreichen. Der Biogasrat+ versteht auch nicht, warum die
Eigenstromerzeugung in Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung künftig
schlechter gestellt werden soll. "Wie sollen wir denn längs der
Sterbelinie der fossilen Bestandskraftwerke eine neue Welt
dezentraler Energieversorgung aufbauen, wenn sich Eigenstromerzeugung
nicht mehr rechnet? Wie sollen wir für energieintensive Industrien
Alternati-ven zur Stromsubventionierung schaffen, wenn es sich für
sie nicht lohnt, Eigenstrom, möglichst unter Einbeziehung
erneuerbarer Energien, zu erzeugen?", fragt Schultz.
"Bislang sind die Verhandlungsergebnisse der Koalitionäre zum
großen Teil fachfremder Murks. Das liegt auch daran, dass die
Experten der Fraktionen mit System überwiegend nicht den
Verhandlungsgruppen angehören. Das ist so nicht akzeptabel", erklärt
Reinhard Schultz, der selbst lange Jahre Bundestagsabgeordneter war.
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