(ots) - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Eine
Redensart, die der Waffenlobby nicht schmeckt und nie schmecken wird.
Seien es Jäger, Schützen, Sammler oder Hersteller: Mit Erfolg haben
sie bislang eine Verschärfung des Waffenrechts verhindert. Mit jedem
neuen Amoklauf aber, an dieser Stelle sei nur an die Bluttaten in
Winnenden und Erfurt erinnert, wird die Diskussion über den
Waffenbesitz erneut aufflammen. Schließlich ist niemand vor dem
Blutrausch eines Wahnsinnigen gefeit. Es kann jeden treffen. Umso
mehr verwundert es, wie sorglos der Staat mit dem Waffenarsenal
seiner Besitzer verfährt. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es eine
Million legal registrierter Waffen. Dass großkalibrige Waffen
weiterhin in unbegrenzter Zahl erworben werden können, stimmt nicht
weniger nachdenklich. Überraschend für den unbewaffneten Bürger ist:
Wer die Waffen wo wie aufbewahrt, wird von den Behörden mit
freundlichem Desinteresse begleitet. Lapidar heißt es: Für Kontrollen
fehlt das Personal. Also geht der ordnungsgemäße Verbleib des
tödlichen Geräts im Alltag staatlicher Bürokratie unter. Wohlgemerkt,
es geht nicht um harmlose Wasser- oder Farbpistolen. Die Ankündigung
unangemeldeter Inspektionen vor Ort - warum nicht gegen Gebühr? -
dürfte das Verantwortungsbewusstsein der Besitzer schärfen, ob es
ihnen nun schmeckt oder nicht.
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