(ots) - Angela Dorothea ("Gottesgeschenk") Kasner wird heute
60 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch auch aus Südwestfalen. Nun wäre
dies kaum einer Erwähnung, schon gar nicht eines Leitartikels wert,
handelte es sich bei der Jubilarin nicht um die seit Jahren
mächtigste Frau der Welt. Und um eine geheimnisumwitterte, immer
wieder Rätsel aufgebende Politikerin. Sie ist verschwiegen. Ihr
Privatleben schirmt sie sorgsam ab, und als Bilder ihres
Sommerurlaubs mit Stiefsohn, Schwiegertochter und Enkel in einer
Boulevardzeitung auftauchten, zeigte sie sich not amused. Ihr Mann
hält sich aus der Öffentlichkeit heraus. Soviel Uneitelkeit, soviel
Diskretion ist in Top-Positionen sehr selten. Man schaue nur nach
Frankreich, Italien, USA. Sie ist skandalfrei. Das muss man erst
einmal hinbekommen in einer Rolle, bei der Journalisten und
Geheimdienste alles durchleuchten. Trotz ihrer Herkunft aus der DDR
ließ sie sich weder den Wendehälsen noch den Widerständlern zuordnen.
Irgendwie dazwischen - ein Platz, an dem sie sich offenbar recht wohl
fühlt. Sie ist geduldig. Im Gegensatz zu Basta-Kanzler Schröder und
dem knurrigen Kohl wartet Merkel ab. Ihre Gegner zerlegen sich selbst
- wir wollen aus Gründen der Pietät nicht alle Namen aufzählen. Es
ist das Who-is-who der Nach-Wende-CDU. Aber wirkliche Gegner will sie
gar nicht: Sie hat ein normales, professionelles Verhältnis zu
Friedrich Merz, den sie aus dem Amt schubste, und eben noch hat sie
gute Miene zur Ernennung Jean-Claude Junckers gemacht, der nicht ihre
erste Wahl war. Vielleicht ist ihr Geheimnis, dass sie kein Geheimnis
aus ihrem Pragmatismus macht. Irgendwie dazwischen ist offenbar sehr,
sehr erfolgreich.
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