(ots) - Die Wahl von Kardinal Reinhard Marx zum neuen
Vorsitzenden der Bischofskonferenz war alles andere als ein
Selbstläufer. Die vier notwendigen Wahlgänge bis zur Entscheidung
künden von einem gewissenhaften, aber auch hartnäckigen
Findungsprozess im Kreis der Bischöfe. Am Ende hat sich nicht nur der
Mächtigste unter ihnen, sondern wohl auch der Geeignetste
durchgesetzt. Mit Marx gewinnt die katholische Kirche in Deutschland
auf Anhieb Profil. Seinem Vorgänger hat der Münchner Erzbischof
spontan für dessen "nüchterne Hoffnung" im Amt gedankt; da mag fast
schon ein wenig gutmütiger Spott mitgeklungen haben. Der neue
Vorsitzende wird klarer und entschlossener auftreten; die Aufgabe des
verbindenden Moderators im Kollegium der Bischöfe ist ihm dabei nicht
in die charakterliche Wiege gelegt. Hier wird, hier will er
dazulernen. Kardinal Marx hat seine Vorsitz-Übernahme mit einem
deutlichen Bekenntnis zu Papst Franziskus gekoppelt. Er weiß, dass er
das Vertrauen des Pontifex in Rom hat; das stärkt auch seine Position
innerhalb der deutschen Bischöfe. Dabei ist der gebürtige Westfale
keineswegs ein willfähriger Parteigänger einer neuen Kirchenpolitik
im Vatikan. Doch Marx erkennt die Zeichen der Zeit. In der Kirche wie
in der Welt. Wer allerdings bei ihm auf einen
radikal-modernisierenden Kurs wartet, wird gewiss enttäuscht. Ein
blindes "Weiter so!" nach alten Traditionsmustern wird der Mann aus
Geseke allerdings auch nicht verfolgen. In der katholischen
Weltkirche hat seine Stimme jetzt noch mehr Gewicht bekommen. Er wird
gleich hinter Papst Franziskus zum wesentlichen Mitgestalter der
Kirchenzukunft. Nicht nur in Deutschland. Aber gerade auch hier.
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