(ots) - Wenn die Regierung sowieso nicht auf uns hört,
wollen wir wenigstens etwas Wirbel machen - geht es darum bei der
Expertenempfehlung, das EEG komplett abzuschaffen? Aufmerksamkeit
erzeugen durch eine möglichst radikale Forderung? Man möchte hoffen,
dass dies das Motiv der wissenschaftlichen Berater ist. Sonst müsste
man ihnen Arroganz und Ignoranz unterstellen. Denn dass die Politik
komplett von einem Weg abweicht, der den Anteil erneuerbarer Energien
an der Stromerzeugung von 7 auf 23 Prozent gesteigert hat, ist weder
realistisch noch wünschenswert. Alarmierend ist die Feststellung der
Gutachter, dass die EEG-Förderung kaum zu Innovationen geführt habe,
schon. Das war ja immer ein Argument, mit dem die schnelle
Energiewende begründet wurde: Deutschland müsse vorangehen, um sich
einen technologischen Vorsprung zu verschaffen, der sich dann auch
wirtschaftlich auszahlen werde. Diese These geriet ins Wanken, als
die heimische Solarzellenproduktion der chinesischen Konkurrenz nicht
mehr gewachsen war. Und nun soll gar nichts Zählbares herausgekommen
sein? Ganz so ist es wohl doch nicht. Bei der Windenergie entdecken
die Experten durchaus Innovationen. Die lassen sich bereits im
Ausland vermarkten. Und wenn heimische Forscher, wie an der
Fachhochschule Südwestfalen, an der Optimierung von Biogasanlagen
tüfteln, sollte man das auch nicht abwerten. Es müssen nicht immer
große Sprünge sein, die den Fortschritt bringen. Es gibt viele
Gründe, das EEG zu kritisieren. Die Kosten sind zu hoch, die
Finanzierung ist ungerecht, unerwünschte Folgen wurden nicht bedacht.
Sicher lässt sich auch das Innovationspotenzial besser fördern. Aber
eine solche Pauschalkritik ist nicht hilfreich.
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