(ots) - Der scheidende stellvertretende
FDP-Bundesvorsitzende Holger Zastrow traut der Bundes-CDU auf deren
Weg zur weiteren Sozialdemokratisierung selbst irgendwann ein Bündnis
mit der Linkspartei zu. In einem Interview mit der "Leipziger
Volkszeitung" (Donnerstag-Ausgabe) sagte Zastrow: "Der CDU ist im
Zweifel alles zuzutrauen. Die Bündnisflexibilität, die die CDU an den
Tag legt, ist schon erstaunlich. Im Ergebnis wird sie eben noch mehr
sozialdemokratisiert." Damit meine er die CDU auf Bundesebene. In
Sachsen koaliert die CDU noch mit der Landes-FDP. Wenn die CDU mit
der FDP regiere, dann sei es eben eine andere CDU und dann gebe es
auch eine andere und eine bessere Politik, sagte Zastrow, der 2014
vor Landtagswahlen mit der Sachsen-FDP steht.
Um sich auf die Landtagswahl zu konzentrieren, zieht sich Zastrow
aus der nächsten FDP-Bundesspitze zurück. Zur Begründung fügte er
hinzu: "Für die Partei ist das Wahlergebnis in Sachsen wichtiger. Wir
müssen zeigen, dass wir wieder Wahlen gewinnen können und dass
Schwarz-Gelb ein Modell mit Zukunft ist." Das sei viel wichtiger, als
das, was momentan in Berlin im Vorstand passiere.
Zastrow forderte zugleich, dass die FDP bei ihrem Neuanfang, der
auf dem bevorstehenden Parteitag am Wochenende eingeleitet werden
soll, die Gruppe der scharfen Euro-Kritiker um Frank Schäffler
demonstrativ integrieren müsse, um glaubwürdig zu bleiben. Die FDP
sei eine Partei der Freiheit. Dazu gehöre ganz zentral die
Meinungsfreiheit. "Ich weiß gar nicht, warum sich einige in der FDP
so schwer mit unterschiedlichen Meinungen tun. Wenn wir wirklich eine
FDP sein wollen, die sich nicht auf ein Thema oder ein Denken
verengt, dann gehört ein Frank Schäffler genauso zu der Partei wie
andere, die vielleicht für einen anderen Kurs stehen." Das müsse die
Partei aushalten.
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