(ots) - "Rund 500 Pflegekräfte - also 50 Prozent der vom
Ministerium Befragten - stimmen der Zwangsverkammerung der gesamten
Pflegebranche in Bayern zu. Gegen die Einrichtung einer Pflegekammer
votierten hingegen über 2.000 Pflegende erst kürzlich in einer
Umfrage der Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands privater Anbieter
sozialer Dienste (bpa), der Wohlfahrt und der Gewerkschaft Verdi." So
kommentiert der Landesvorsitzende des bpa, Kai A. Kasri, das gestern
vorgelegte Ergebnis einer Erhebung des Landes.
"Eine Kammer löst die Probleme der Pflege nicht, weil sie an den
entscheidenden Stellen nicht zuständig ist", erläutert der Leiter der
Münchener Landesgeschäftsstelle des bpa, Joachim Görtz, die Kritik
des Verbandes. Qualitätsanforderungen, Personalschlüssel, Vergütungen
und Pflegestandards würden weiterhin durch die bestehenden Verbände
und Vertragspartner mit den Pflegekassen verhandelt. An diesen
Entscheidungen seien zudem die Berufsverbände der Pflegekräfte
bereits beteiligt.
"Eine Kammer bringt finanzielle Belastungen und noch mehr
Bürokratie für die Pflegenden", ergänzt der Landesvorsitzende Kasri.
Er betont: "Die Kammer ist das falsche Mittel für die
Herausforderungen in der Pflege. Die Landesregierung sollte sehr
genau prüfen, ob ein derart schwaches Votum eine Basis für die
Einrichtung einer Zwangskammer sein kann."
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon über 900 in
Bayern, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer
Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und
(teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und
Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die
Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000
Arbeitsplätze und ca. 18.900 Ausbildungsplätze. Das investierte
Kapital liegt bei etwa 19,4 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Joachim Görtz, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel.: 089/890 44 83
20, www.bpa.de