(ots) - Der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter
sozialer Dienste e. V. (bpa), Bernd Meurer, fordert die zukünftigen
Koalitionspartner auf, die im Wahlkampf zur Beseitigung des
Pflegenotstands geleisteten Zusagen umgehend in die Realität
umzusetzen. "Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat im Juli 125.000
zusätzliche Stellen in der Pflege angekündigt, und auch die Kanzlerin
hat auf die nötige Entlastung in der Pflege hingewiesen. Nun liegt es
an den Verhandlungsführern der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege,
Jens Spahn und Karl Lauterbach, sich dafür zu engagieren, dass diese
dringend benötigten zusätzlichen Stellen so schnell wie möglich
geschaffen werden", so Meurer, der beklagt, dass das Thema Pflege in
den Koalitionsverhandlungen bisher nur am Rande behandelt wurde. "Die
Pflege darf nicht länger ein Nebenfach im Curriculum der Politik
sein. Im Gegenteil: Die Erledigung der anstehenden Hausaufgaben muss
höchste Priorität haben", so Meurer.
"Die Pflegekräfte vor Ort benötigen dringend Entlastung. Sonst
haben sie in ihrem Beruf keine Perspektive mehr. Die Einrichtungen
brauchen eine deutliche Verbesserung der Stellenschlüssel und mehr
Personal - nicht zuletzt für die Betreuung der wachsenden Gruppe
demenzkranker Menschen und zur behandlungspflegerischen Versorgung
der zunehmenden Zahl chronisch Kranker. Daher fordern wir die
Einhaltung der Wahlversprechen: mehr Zeit für die Pflege und
Schaffung von 125.000 zusätzlichen Stellen in der Altenpflege",
bekräftigt Meurer.
Der bpa hält zudem ein Sicherungsprogramm Pflege zur Organisation
und Anwerbung von ausländischen Pflegefachkräften für unabdingbar.
Ziel sollte sein, in den nächsten zehn Jahren pro Jahr 5.000
ausländische Pflegefachkräfte zu gewinnen. Nach Ansicht des bpa sind
neben der konsequenten Umsetzung der Ausbildungs- und
Qualifizierungsoffensive und der Ausschöpfung sämtlicher inländischer
Potenziale zusätzliche ausländische Pflegefachkräfte unverzichtbar.
"Den vorsichtig kalkulierten Bedarf an 200.000 Pflegefachkräften bis
2025 kann der heimische Arbeitsmarkt allein nicht decken", so Meurer.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)
bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte
Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären
Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in
privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa
tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und ca.
18.900 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 19,4
Milliarden Euro.
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