(ots) - Hier das kleine Bremen, dort das große
Nordrhein-Westfalen. Zwei Länder, die mit unterschiedlichen
Strategien die Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen in den
Griff bekommen wollen. Die einen (Bremen) wollen ihre Einnahmen
erhöhen und die DFL drei bis vier Mal pro Saison zur Kasse bitten,
die anderen (Nordrhein-Westfalen) die Ausgaben eindämmen und bei
vermeintlich krawallfreien Spielen weniger Polizeibeamte einsetzen.
So oder so - die Steuerzahler dürften sich freuen. Freilich nur, wenn
die Rechnung der Länder aufgeht: wenn Bremen irgendwann in letzter
Gerichtsinstanz siegt, wenn in Nordrhein-Westfalen die Fans
tatsächlich auf Gewalt verzichten. Zugegeben, Risiken bleiben. Aber
dass durch den Bremer Alleingang eine bundesweite Debatte über die
Polizeikosten bei Liga-Spielen in Gang gekommen ist, ist im Sinne der
Steuerzahler. Da mag man in Düsseldorf noch so sehr betonen, dass man
den Bremer Weg nicht mittragen wolle - wahrscheinlich hätte sich an
Rhein und Ruhr niemand getraut, den jetzigen Modellversuch zu machen,
wenn Bremen nicht vorher die Debattenschleusen geöffnet hätte. Und
man darf vermuten: Auch NRW wird kassieren, wenn Bremen vor Gericht
siegen sollte. Insofern war gestern ein guter Tag für Bremens
Innensenator. Er dürfte sich in der Runde der 16 Innenminister nun
nicht mehr ganz so allein fühlen. Neuer Stand: 2:14.
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