(ots) - Ein unter Studenten beliebter Scherz besagt: "Nur
Chuck Norris schafft sein Studium in Regelstudienzeit." Für
Hollywoodstar Norris wäre somit auch das
Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) mit seiner maximalen
Förderungsdauer kein Hindernis. Unterstützt wird nur während der
Regelstudienzeit des jeweiligen Studiengangs. Und danach? Ist man
entweder fertig oder hat genug gespart, um sein Studium selbst zu
finanzieren und nicht in der Endphase abbrechen zu müssen. Weniger
als die Hälfte aller angehenden Akademiker bleibt innerhalb dieses
Zeitplans. Dass die von der Bundesregierung angepriesene BAföG-Reform
an dieser Stelle keinerlei Neuerungen vorsieht, ist enttäuschend. Und
genau hier scheitert die angestrebte Chancengleichheit. Wer nicht auf
die Förderung angewiesen ist, kann sich mehr Zeit für sein Studium
nehmen. Sogar Praktika und Auslandsaufenthalte sind möglich, immerhin
gibt es weniger Zeitdruck. Wenn ein Kurs nicht bestanden wird,
wiederholt man ihn im nächsten Jahr. Der Luxus dieser entspannten
Einstellung bleibt BAföG-geförderten Studenten verwehrt. Über ihnen
schwebt dauerhaft das Damoklesschwert, die Hochschule ohne Abschluss
verlassen zu müssen, wenn sie nicht schnell genug sind. Das dürfte
selbst Chuck Norris unter Druck setzen.
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