(ots) - Selbst die Büste des alt-liberalen Vormannes
und ersten deutschen Bundespräsidenten Theodor Heuss musste die
abgewickelte FDP-Bundesfraktion versteigern lassen. Ein "unbekannter
Sammler" ersteigerte sie für 10 000 Euro. Die FDP selbst bot nur 7000
für die Plastik und schied aus dem Bieterverfahren aus. So hart
funktioniert Marktwirtschaft, für die die Liberalen auch nach ihrem
mit viel Häme begleiteten Ausscheiden aus dem Bundestag weiter
trommeln. Der politische Marktwert der Liberalen liegt derzeit unter
der Fünf-Prozentmarke. Und nichts deutet darauf hin, dass sich daran
etwas ändern könnte. Die FDP verharrt in einer Art politischem
Wachkoma. Zwar zieht die neue Parteispitze um Christian Lindner und
Wolfgang Kubicki alle Register, um die Partei neu zu beleben, sie vor
dem Absturz in die politische Bedeutungslosigkeit zu bewahren. Doch
es gelingt ihnen nicht. Ins neue Europaparlament rettete sich die FDP
nur, weil jegliche Wahlhürden von den Verfassungsrichtern abgerissen
worden waren. Bei den anstehenden drei Landtagswahlen in Sachsen,
Thüringen und Brandenburg - alles nicht unbedingt liberale Kernländer
- drohen bereits drei weitere schwere Niederlagen. Die Lage ist
schlimm. Aber schlimmer noch ist, dass niemand ein Rezept hat, wie
die Partei aus der Malaise herausgeführt werden kann. Auf der einen
Seite herrscht schiere Verzweiflung. Auf der anderen Seite halten
Lindner, Kubicki und Co. fast trotzig am Kurs der reinen
Marktwirtschaft als wichtigstem Markenkern fest. Sie übersetzen
jedoch nicht, was dies unter den Bedingungen globaler Finanzmärkte
konkret bedeutet. Der erfolgreiche Bundestrainer Jogi Löw übrigens
hat seine Strategie geändert, als es erforderlich wurde.
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