PresseKat - Weser-Kurier: Kommentar von Norbert Holst zur steigenden Zahl von Einbrüchen

Weser-Kurier: Kommentar von Norbert Holst zur steigenden Zahl von Einbrüchen

ID: 1068624

(ots) - Willkommen in der Realität! Bundesinnenminister
Thomas de Maizière und Amtskollege Ralf Jäger aus Nordrhein-Westfalen
haben einen "neuen Einbrechertyp" erkannt - der ist organisiert,
vernetzt und macht vor Grenzen nicht halt. Und schwupps ist die
drastische Zunahme der Wohnungseinbrüche erklärt. Fast 150000
waren es im vergangenen Jahr - so viele wie seit 15 Jahren nicht
mehr. Dabei wissen auch de Maizière und Jäger, dass das Problem
organisierter Einbrecherbanden nun wahrlich nicht über Nacht gekommen
ist. Die nach Osteuropa hin offenen Grenzen erleichtern den
Kriminellen ihre Raubzüge. Sie kommen über die Grenze, grasen in
wenigen Wochen ganze Landstriche ab und verschwinden wieder. Und die
Polizei ist machtlos. Das wissen auch Politprofis wie die beiden
Minister. Sie machen nun, was Politiker in solch verfahrenen
Situationen gerne tun: Aktion vortäuschen. Nun sollen es
internationale Zusammenarbeit und ein "Anti-Einbruch-Pakt von Bund
und Ländern" richten. Das ändert aber nichts am Kernproblem: Der
Personalmangel führt zum Beispiel dazu, dass eine intensive
Tatort-Analyse gar nicht mehr zu leisten ist. Entsprechend gering ist
die Aufklärungsquote. In Bremen beträgt sie 6,8 Prozent. Die
Gewerkschaft der Polizei, die übrigens schon vor Jahren vor der
Gefahr durch die organisierte Kriminalität gewarnt hat, will den
Einbrechern mit bundesweiten Lagebildern und länderübergreifend
vernetzten Ermittlungsgruppen auf der Spur bleiben. Das Kernproblem
bleibt jedoch bestehen. Beispiel Bremen: Mal wurde den Drogen der
Kampf angesagt, dann Rockerbanden, jetzt Einbrechern. Tatsächlich
sind die Einbrüche im Land rückläufig. Doch die Ermittler fehlen in
anderen Bereichen der Polizeiarbeit. Die Maßnahmen, die de Maizière
und Jäger jetzt ergreifen wollen, klingen wenig originell. Sie sind
ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Die Kriminellen sehen das offenbar




ähnlich. Immer öfter brechen sie tagsüber in Wohnungen ein. Mit der
Gewissheit, sowieso nicht geschnappt zu werden.



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Datum: 04.06.2014 - 20:53 Uhr
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