(ots) - Der Mann hat recht, in jedem einzelnen Punkt. Der
Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert zu Recht mehr
Sensibilität ein, mehr Aufklärung, mehr Hilfsangebote und allgemein
mehr Unterstützung. Das ist alles richtig und kann gar nicht oft
genug betont werden. Allein: Fromme Forderungen genügen nicht, es
muss auch etwas getan werden - und das geht nicht ohne Geld. Die
Schulen zum "Aktionsfeld Nummer eins" machen zu wollen, ist sicher
ein richtiger Gedanke. Allerdings hilft das nichts, wenn das
Aktionsfeld Schule nicht auf den finanziell gut gepolsterten
Aktionsplan Sozial- oder Sonderpädagogen hoffen kann. Bislang sind
Schulen überwiegend so ausgestattet, dass sie ihren Schülern so viel
wie möglich beibringen können. Dazu gehören mehr und mehr Aufgaben,
die eigentlich das Elternhaus erledigen sollten. Dazu gehört mehr und
mehr auch Sozialarbeit. Lehrer sind sozusagen Pädagogen für alles
geworden. Wenn Schulen offiziell und ausdrücklich nicht mehr nur
Lehr- oder Bildungsanstalten sein sollen, sondern obendrein
Einrichtungen für Schwierigkeiten und Probleme aller Art, für
Vorsorge und Krisenintervention, für Konfliktvermittlung und
psychologische Betreuung, muss man sie ganz neu denken. Vieles
spricht dafür, diesen Weg zu gehen - wenn er anständig finanziert
wird.
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