(ots) - Die Rentenfrage ist ein einziges Kuddelmuddel. Da
haben wir auf der einen Seite Autobauer, die Ingenieure in die
Schule, ja gar in den Kindergarten schicken, um junge Menschen für
Technik - und ganz nebenbei für die Marke - zu begeistern.
Fachkräfte-Mangel ist hier das Stichwort, sei es der Facharbeiter
oder der Ingenieur. Und auf der anderen Seite haben wir die im
Koalitionsvertrag beschlossene Rente mit 63. Entgegen allen
Beteuerungen der SPD ist es eben nicht der Dachdecker, der nach "45
Jahren harter Arbeit" von der abschlagsfreien Rente profitiert,
sondern vor allem der Facharbeiter, der zum Beispiel seine Lehre
"beim Daimler" begann und heute als Facharbeiter seinen wertvollen
Erfahrungsschatz in die Produktion und an die jungen Mitarbeiter
weitergibt. Genau der erhält den Anreiz, bereits mit 63 in den Sack
zu hauen. Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist ein ideologisch
gefärbtes Kuckucksei, das Milliarden kostet und die Linke in der SPD
von ihren "Agenda 2010"-Wunden heilen soll. Nichts anderes. Für den
Industriestandort Deutschland, geprägt von Ingenieurskunst, Wissen
und sozialer Partnerschaft, ist die Rente mit 63 ein Rückschlag. Was
Deutschland braucht, das ist eine ideologiefreie Diskussion über die
Rente; an deren Ende wird ein flexibles, pragmatisches
Renteneintrittsalter stehen. Wer will, der geht mit 63 und hat
eventuell Nachteile; wer will, der kann auch noch mit 70 Jahren
arbeiten.
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