(ots) - Erkannt hat die Bundesregierung das Problem schon
vor langer Zeit, nur getan hat sie dagegen zu wenig: Die stark
süchtig machende und extrem gesundheitsschädliche Synthetikdroge
Crystal Meth breitet sich immer weiter aus. Im Jahr 2008 fanden
Polizisten und Zollfahnder hierzulande gerade einmal vier Kilogramm
der gefährlichen Substanz, 2013 waren es schon 77 Kilogramm. Woher
das aufputschende Rauschmittel importiert wird, ist klar. Die
Drogenlabore stehen in Tschechien, wo billig produziert werden kann.
Vietnamesische Tätergruppen haben nahezu die gesamte
Wertschöpfungskette unter ihre Kontrolle gebracht. Sie profitieren
von der laxen Rechtslage im deutschen Nachbarland, die eine
effiziente Bekämpfung des Drogenschmuggels fast unmöglich macht.
Unangekündigte Durchsuchungen auf den sogenannten Asiamärkten, den
Hauptumschlagsplätzen für Crystal, werden durch die geltenden Gesetze
erschwert. Zu den Leidtragenden gehören Jahr für Jahr Tausende neuer
Konsumenten, darunter viele Schüler, die der verheerenden Droge
verfallen. Vor allem Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen
sind betroffen. Die Politik vermochte bisher nur, die Bevölkerung vor
Crystal zu warnen. Viel effektiver wäre es jedoch, die tschechische
Regierung zu einem Umdenken in ihrer Drogenpolitik zu bewegen.
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