(ots) - Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg)
kommentiert die Wiederwahl von Peter Hauk zum
CDU-Fraktionsvorsitzenden:
Zehn Gegenstimmen gegen Peter Hauk. Nach dem mühsam ausgehandelten
Frieden mit Parlamentspräsident Guido Wolf hätte ein besseres
Ergebnis stehen können. Der neue und alte Fraktionschef kann sich
trotzdem "durchaus zufrieden" zeigen: Weil auch seine Vorgänger nicht
unumstritten waren, insbesondere aber weil seine Stellvertreter - und
scharfen Kritiker - deutlich härteren Gegenwind zu spüren bekamen.
Doch vollste Zufriedenheit sollte nicht einkehren. Denn ein
zentraler Vorwurf an Hauk lautet - neben Zweifeln an seinem
Rednertalent -, dass es ihm nie gelang, die Fraktion zu einen. Das
wurde wieder einmal belegt. Tiefe Gräben gehen durch die
Unionsreihen. Das macht einerseits die Oppositionsarbeit schwierig.
Andererseits darf den CDU-Anhängern auch mit Blick auf die weiteren
Weichenstellungen vor der Landtagswahl 2016 bange werden. Die
anstehenden Konfrontationen könnten zur Zerreißprobe werden, die
Partei zumindest aber schwächen. Den Auftakt macht das
Spitzenkandidaten-Duell zwischen Parteichef Thomas Strobl und
Parlamentspräsident Wolf. Sodann folgt, sollte Wolf gewinnen, der
nächste Konflikt in der Fraktion. Führende Köpfe werden in jedem Fall
Schaden nehmen.
Und das Schlimmste: Bei alldem fehlt eine Autorität im
Hintergrund, die schlichten und die Lager zusammenführen könnte. Es
waren nur zehn Gegenstimmen - aber die stehen für ein ernsthaftes
Problem.
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