(ots) - Von 1990 bis 2012 haben die im Bundestag
vertretenen Parteien rund 250 Millionen Euro von Großspendern
erhalten. Als Großspender gelten natürliche oder juristische
Personen, die in einem Kalenderjahr mehr als 10.000 Euro an eine
Partei überweisen und daher in deren jährlichen
Rechenschaftsberichten namentlich ausgewiesen werden müssen. Die
Summe wurde von insgesamt rund 2500 Privatpersonen und 1000 Firmen
und Verbänden aufgebracht. Etwa ein Fünftel dieser Großspenden, rund
50 Millionen Euro, kamen jedoch aus nur acht jeweils verflochtenen
Unternehmen und Privatpersonen: aus dem Quandt-Ensemble
(Quandt-Familie und die Firmen BMW, Altana, Carbon, Delton und
Altira), dem Daimler-Konzern (mit EADS und Vorläuferfirmen), der
Deutschen Bank, den Firmen und Beteiligungen des Finanzmagnaten
Reinfried Pohl (DVAG, Allfinanz u.a.), der Allianz-Gruppe, den Firmen
und Beteiligungen der Familie Finck (Mercator, Substantia, Clair
Immobilien u.a.), dem Banken-Duo Commerzbank / Dresdner Bank (mit
früheren Tochtergesellschaften) und dem Energie-Duopol E.ON und RWE
(mit mehreren Vorläuferfirmen und Managern). Verteilt wurden die von
den acht Wirtschaftsimperien gespendeten 50 Millionen Euro wie folgt:
61 Prozent an die CDU/CSU, 19,4 Prozent an die FDP, 16,3 Prozent an
die SPD und 3,3 Prozent an die Grünen. Die Linke (bzw. vormals PDS
und WASG) wurde aus diesem Kreis nicht mit Spenden bedacht.
Über diese Ergebnisse berichtet die Tageszeitung "neues
deutschland" in ihrer Dienstagausgabe. Der nd-Bericht ist Teil einer
mehrgliedrigen Untersuchung über Parteispenden, die erstmals den
gesamten Zeitraum seit dem Einheitsjahr 1990 umfasst. Bislang
vorliegende Dokumentationen und Analysen - im Internet etwa von
LobbyPedia - haben als Ausgang in der Regel das Jahr der
Euro-Einführung 2002.
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