(ots) - Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg)
kommentiert die Kandidatur von Landtagspräsident Guido Wolf als
CDU-Spitzenkandidat:
In der seit Monaten schwelenden Debatte um die Spitzenkandidatur
wurde für Wolf die Zeit knapp. Als ewiger "Zauderer" hätte er
schwerlich gegen Parteichef Strobl antreten können - doch das ist
vorbei. Durch die Einigung mit Fraktionschef Hauk, auf die
Kampfkandidatur zu verzichten, verhindern beide, am 8. April
beschädigt zu werden. Und mit dem starken Votum aus der Fraktion kann
Wolf zudem mit ordentlichem Rückenwind ins Rennen gegen Strobl
starten: Vorteil für den Herausforderer.
Für Thomas Strobl nämlich ist die neue Lage äußerst unbequem. Als
erster meldete er seinen Anspruch an, die Südwest-CDU als
Ministerpräsident in spe in den Landtagswahlkampf führen zu wollen.
Unermüdlich rackerte er, um in die Schlagzeilen zu kommen, zu
Bildungsplan, Doppelpass, Straßenbau. Er wollte für die CDU
Baden-Württembergs sprechen. Aber: Er sprach als
Bundes-Innenpolitiker und Merkels Vize, von Berlin aus, nicht im
Stuttgarter Landtag. Dass die Landtagsfraktion jetzt bei nur einer
Gegenstimme Wolfs Spitzenkandidatur begrüßte, ist auch ein kaum
verkapptes Misstrauensvotum gegen den Bundespolitiker. Doch selbst
wenn die Fraktion eine wichtige Stimme hat: Letztlich soll die Basis
entscheiden. Die nächsten Monate dürfte ein reges innerparteiliches
Werben einsetzen.
Schon jetzt ein Verlierer ist Hauk. Der Kompromiss stärkt ihn
nicht im Fraktionsvorsitz, der Stuhl wackelt bedenklich - und er wird
kippen, sobald ein Spitzenkandidat Wolf ein Fraktionsamt fordert."
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