(ots) - Gesine Schwan: Landesregierungen müssen
Rektorenmangel an Schulen beheben
Frühere SPD-Bundespräsidentenkandidatin fordert Steuererhöhungen
zur Finanzierung
Osnabrück.- Vor dem Deutschen Schulleiterkongress in dieser Woche
in Düsseldorf hat die Politologin Gesine Schwan die Landesregierungen
ermahnt, den Rektorenmangel an den Schulen zu beheben. In einem
Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) sagte Schwan:
"Freilich brauchen sie dazu Finanzen, die sie nicht haben und für die
es angesichts der bevorstehenden Schuldenbremse in den Ländern
Steuererhöhungen geben müsste". Solange man in Deutschland solche
Steuererhöhungen jedoch mehrheitlich ablehne, "werden wir aus der
Misere der Unterfinanzierung der Bildung nicht herauskommen". Die
ehemalige Kandidatin der SPD für das Bundespräsidentenamt wird auf
dem Schulleiterkongress als Referentin sprechen.
Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance in
Franfurt/Oder, bewertete die Situation an den Schulen kritisch. Die
neuen Managementaufgaben erforderten Zeit und Geld für Weiterbildung.
In Nordrhein-Westfalen ist an jeder achten Schule der Chefsessel
unbesetzt. Quer durch alle Schulformen fehlten Ende des vorigen
Jahres 715 Rektoren, 350 von ihnen allein an Grundschulen. Auch in
anderen Bundesländern fehlen reihenweise Schulleiter. In
Niedersachsen sind an die 200 Rektorenjobs unbesetzt. Darunter sollen
allein knapp 130 vakante Leitungsposten an Grundschulen sein. Exakte
Zahlen kann das zuständige Kultusministerium in Hannover nicht
liefern. Engpässe vermelden auch Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz.
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