(ots) - Mit unfreiwilligem Rückenwind
Wie tief die FDP gefallen ist, offenbart ein Blick auf die
Webseite des Dreikönigstreffens: Dort steht, die traditionelle
Veranstaltung in der Stuttgarter Oper sei "in Gefahr". Man möge sich
mit einer Spende an deren Rettung beteiligen. Obendrein hat der
Vermieter die Tagesmiete erhöht. Statt 4500 Euro müssen 30 000
berappt werden.
Nicht nur, dass die FDP mit dem Rausfliegen aus dem Bundestag in
eine Schockstarre verfiel, nein, jetzt wirken sich auch die
finanziellen Konsequenzen des Desasters voll aus. Die Kassen sind
leer, üppige Spenden Mangelware. Wofür auch sollten Lobbyisten eine
Partei protegieren, die im Bund nichts mehr bewirken kann? Obendrein
fehlen Zuwendungen vom Staat.
Wie gut, dass der neue Parteichef Christian Lindner sich ganz auf
den Neustart und die Motivation seiner gefrusteten Partei
konzentrieren kann. Denn in Berlin hat er zwei starke Wahlkämpfer,
die den Liberalen wider Willen den Rücken stärken: Kanzlerin Merkel
und ihr Vize Gabriel. Deren großkoalitionärer Griff in die
Portemonnaies der Bürger durch ausbleibende Steuersenkungen oder die
verhinderte Senkung der Rentenbeiträge sorgt dafür, dass die FDP
schmerzlich vermisst wird.
Dieser Auftrieb könnte sogar reichen, um die FDP etwa bei den
Kommunalwahlen in Bayern im März oder der Europawahl im Mai wieder zu
einer Größe zu machen. Ob der Schwung aber bis zur nächsten
Bundestagswahl im Jahr 2017 reicht, ist fraglich.
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