(ots) - Große Koalitionen haben ihren Charme, weil sie
große Aufgaben angehen können. Manchmal kommt aber auch großer Unfug
heraus, weil sich beide Parteien zu ähnlich sind. Wenn Wahlgeschenke
nicht miteinander verrechnet, sondern addiert werden. Womit wir bei
der Rente sind. Von der Mütterrente bis zur Solidarischen
Lebensleistungsrente: Schon die Begriffe erwärmen das Herz, Anstand
und Gerechtigkeit klingen nach. Es ist der Blumenstrauß der Politik,
ein Dankeschön an die fast 20 Millionen älteren Wähler. Die Große
Koalition wird zur großen Bescherung - nur die Jüngeren kriegen die
Rute übergezogen.
Nach den Kosten zu fragen, gehört sich bei einem Geschenk
eigentlich nicht - die meisten können zu Weihnachten allerdings auch
davon ausgehen, dass das Präsent redlich bezahlt wurde. Bei
Schwarz-Rot trifft das nicht zu. Die Rentengeschenke in
Milliardenhöhe sind eine Plünderung der Sozialkassen, die
ausnahmsweise gerade mal gut gefüllt sind, weil die Konjunktur
brummt. Eine Entlastung der Arbeitnehmer fällt damit aus - sie müssen
stattdessen immer mehr Rentner finanzieren und privat vorsorgen, wenn
sie nicht in Altersarmut enden wollen.
Klar ist den Menschen, die heute kaum mit ihrer Rente auskommen,
das zusätzliche Geld zu gönnen. Aber wenn eine 30-jährige Verkäuferin
für die Rente eines gutverdienenden Facharbeiters auf eine Entlastung
verzichten muss, läuft etwas gewaltig schief. Wenn das noch ein
Generationenvertrag sein soll, dann fehlt ihm die zweite
Unterschrift. Union und SPD wollen noch vor Weihnachten eine
Regierung bilden. Wer ein gewisses Alter noch nicht überschritten
hat, darf das durchaus als Drohung verstehen.
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