(ots) - Nach zuletzt wieder heftigen Krawallen bei
Fußballspielen, hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor
Aktionismus der Politik gewarnt: "Wir wollen nicht, dass die
Konfrontation durch die Ankündigung neuer Maßnahmen weiter aufgebaut
wird", sagte der GdP-Vorsitzende Oliver Malchow der Neuen Ruhr/Neuen
Rhein Zeitung (NRZ) in Essen. Erneute Vorstöße und Verschärfungen
würden eher zu einer Solidarisierung von friedlichen Fußballfans mit
gewaltbereiten führen, nicht aber zu einer Lösung des Gewaltproblems,
sagte Malchow ein Jahr nach Inkrafttreten des DFB- und
DFL-Sicherheitskonzepts. "Wir reden über wenige Straftäter. Da können
wir die Masse friedlicher Fans nicht verurteilen." Diese Straftäter
gelte es zu ermitteln und hart zu bestrafen - etwa durch Ticketentzug
für Auswärtsspiele, auf sie umgelegte Geld- und letztlich
Freiheitsstrafen. Meldeauflagen, Bereichsbetretungs- und
Beförderungsverbote sollten indes polizeiliche Maßnahmen gegen
Einzelne bleiben. Das seit einem Jahr angewandte Sicherheitskonzept
"Stadionerlebnis" zeige Wirkung. Malchow forderte daher Geduld: "Die
Vereine und Verbände haben sich auf den Weg gemacht. Das sollte
weiter unterstützt werden." Er nahm Klubs und Spieler allerdings in
die Pflicht, sich "deutlicher als bisher von Gewalttätern" zu
distanzieren. So sollten Spieler nicht nach einer Partie in die Kurve
gehen und mit den Fans feiern, wenn dort zuvor randaliert oder
Pyrotechnik abgebrannt wurde. "Es gibt nicht nur viel Geld, sondern
auch eine Verantwortung", erklärte der GdP-Vorsitzende.
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