(ots) - "Zu kurz gedacht", kommentiert die
Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) den Gesundheitskompromiss von SPD
und CDU:
"Für die Unterhändler kann sich der Gesundheitskompromiss sehen
lassen: Durch den fixen Kassen-Beitragssatz für die Arbeitgeber wird
die Wirtschaft geschont - da freut sich die CDU. Die SPD hingegen
bejubelt die Abkehr von pauschalen Zusatzbeiträgen, durch die
Geringverdiener überproportional belastet würden. Wurde also der
ideale Weg gefunden? Politisch muss man sagen: Ja. Die künftigen
Regierungspartner können jeweils ihrer Klientel Erfolge vorweisen.
Kurzfristig scheint sogar eine Entlastung der Beitragszahler denkbar,
wenn die Krankenkassen die Arbeitnehmer-Beiträge angesichts hoher
Rücklagen wie erhofft senken. Wenn die gute Finanzlage nur lang genug
andauert, könnten sowohl SPD als auch CDU vielleicht sogar noch im
nächsten Wahlkampf damit punkten. Schon mittelfristig sieht es jedoch
ganz anders aus. Denn die Gesundheitskosten steigen permanent: Weil
die Gesellschaft altert, weil die Medizin besser, aber damit auch
teurer wird. Und hier sind - die derzeitigen Luxuszeiten machen es
möglich - keine Weichen gestellt worden, um dem Kostenanstieg
effektiv begegnen zu können. Das wird sich rächen. Momentan sind zwar
Entlastungen denkbar, künftig aber wird allein der Versicherte zur
Kasse gebeten. Der bejubelte Durchbruch wird ein schmerzhaftes
Nachspiel haben."
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Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
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