(ots) - Die Entkernung des sozialen Wohnungsbaus hat in
den letzten Jahren, nach einer Umfrage der Bundesregierung bei allen
zuständigen Landesministerien, zu einem faktischen Beinahe-Stillstand
der Aktivitäten geführt. Nach einem Bericht der "Leipziger
Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe), der die Umfrage des
Bundesbauministeriums vorliegt, wurden zwischen 2006 und 2011 im
Schnitt lediglich rund 11 000 Sozialwohnungen neu gebaut. 2006 waren
es 9408, 2007 mit 9146 noch weniger. 2008 gab es 10 477 Neubauten,
2009 12 679 und 2010 schließlich 11 896 Neubauten. Seit Jahren sinkt
die Zahl der Sozialwohnungen in Deutschland dramatisch. Derzeit wird
noch von einem Bestand von knapp 1,6 Millionen ausgegangen.
Die Länder Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und
Sachsen legten im Jahr 2011 keinen einzigen Neubau im Bereich des
sozialen Wohnungsbaus auf. Am höchsten war die Schaffung neuer
Sozialwohnungen in 2011 mit 5427 Neubauten in NRW, danach folgen
Hamburg (2939), Bayern (1054) und Hessen (575). Kaum Zuwachs gab es
unter anderem in Brandenburg (65), Sachsen-Anhalt (45), Niedersachsen
(145) und Thüringen (266).
Insgesamt wurden 2011 lediglich 12 174 staatlich geförderte
Neubauten mit Mietpreis- und/oder Belegungsbindung errichtet. Hinzu
kamen noch 18 360 staatlich geförderte Modernisierungsmaßnahmen.
"Unter Merkels Kanzlerschaft wurde der soziale Wohnungsbau
praktisch beerdigt", kritisierte Linken-Fraktionsvize Caren Lay
gegenüber der Zeitung. Dadurch fehle dem Wohnungsmarkt das soziale
Korrektiv. Sozialer Wohnungsbau sei auf Dauer die beste
Mietpreisbremse. Die Linkspartei verlangt 150 000 neue
Sozialwohnungen pro Jahr, um den wirklichen Bedarf zu decken.
Die schwarz-rote Koalitionsarbeitsgruppe Verkehr, Bauen und
Infrastruktur hat sich bereits auf ein "Paket für bezahlbares Bauen
und Wohnen" geeinigt. Neben einer Mietpreisbremse und einer
Kostenumverteilung der Maklergebühren sowie einem neuen
Heizkostenzuschuss für Geringverdiener sollen zukünftig auch die
steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten zur Förderung des
Wohnungsbaus verbessert werden.
Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin
Telefon: 030/233 244 0