(ots) - Mit der plötzlichen Öffnung der SPD in Richtung
Linkspartei zielt Parteichef Sigmar Gabriel auf einen doppelten
Effekt. Kurzfristig geht es darum, den SPD-Linken sowie großen Teilen
der Basis, die schon diesmal lieber mit der Linkspartei verhandelt
hätten, die Zustimmung zu der ungeliebten Koalition mit der
Merkel-CDU zu erleichtern. Motto: 2017 werden die Karten neu
gemischt. Tatsächlich eröffnet Gabriel langfristig der SPD eine neue
Machtperspektive: Rot-Rot-Grün. Wie realistisch diese Option
allerdings in vier Jahren sein wird, ist nicht ausgemacht. Zwar
dürfte die Reizfigur Oskar Lafontaine dann in der Linkspartei keine
große Rolle mehr spielen; ob die Linke es aber bis dahin schafft,
sich von manchen unrealistischen bis absurden Positionen in der
Sozial-, Verteidigungs- oder Europapolitik zu trennen, muss sich erst
zeigen. Die Öffnung nach links ist für die SPD vor allem ein
taktischer Schritt. Es wird spannend sein zu beobachten, was die
Kehrtwende politisch mit der Partei macht. Ein inhaltlicher Linksruck
würde Schwarz-Rot schwieriger machen.
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