PresseKat - Westfalenpost: Westfalenpost zum Warsteiner Legionellen-Skandal

Westfalenpost: Westfalenpost zum Warsteiner Legionellen-Skandal

ID: 934511

(ots) -

Man stelle sich einmal vor, am beschaulichen
Niederrhein wäre ein Huhn in einer Mastfarm mit einem möglicherweise
auf Menschen übertragbaren Virus entdeckt worden. Die Farm läge tags
darauf still, die Politiker gäben sich die Stalltüren in die Hand, in
Berlin würde nach Konsequenzen gerufen, das Areal wäre weiträumig
abgesperrt.

Man stelle sich einmal vor, in einer
rheinischen Großstadt tauchte der Verdacht auf, Kühlanlagen an einer
vielbefahrenen Bundesstraße könnten Emittenten von lebensgefährlichen
Legionellen sein. Die Straße würde unverzüglich gesperrt, Politik und
Behörden überschlügen sich vor Aktionismus.

In Warstein
geschah dies alles nicht. In Warstein kämpften ein
Kreisgesundheitsamt, ein Bürgermeister und ein Ordnungsamt einsam
gegen die Gefahr, als es längst Tote und eine dreistellige Zahl
Erkrankter gab. Seit mehr als zehn Tagen geht das so, erst am Freitag
soll die Quelle endgültig identifiziert werden. In der Zwischenzeit
haben die Einwohner in Angst und Schrecken gelebt, Familien ihre
Angehörigen verloren und Warstein sein einziges wirkliches
Großereignis, die Montgolfiade, absagen müssen. Keine
Bezirksregierung, keine Landesministerium, keine Bundesbehörde
kümmert das. Stattdessen holte sich der als hemdsärmelig bekannte
Bürgermeister einen ausgewiesenen Experten in die Stadt und suchte
mit ihm in einer Art Häuserkampf nach der Ursache der tödlichen
Erreger. Das ist im überregulierten Staate Deutschland absurd. Und es
ist, da es um Menschenleben geht, ein zynisches Spiel auf Risiko.
Denn morgen kann eine Kühlanlage in Düsseldorf oder Köln zur
tödlichen Gefahr werden. Und dann? Siehe oben.





Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160




Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Kritik am Umgang der Kassen mit Versicherten
Falsch verstandene Konkurrenz
MATTHIAS BUNGEROTH Westfalenpost: Westfalenpost zur Fleischindustrie
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.08.2013 - 20:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 934511
Anzahl Zeichen: 1959

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hagen



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Westfalenpost zum Warsteiner Legionellen-Skandal"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalenpost (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Westfalenpost: Peking unter Druck ...

Friedensnobelpreis für Liu Xiaopo Von Eberhard Einhoff Eine mutige Ehrung für einen Mutigen - klar und eindeutig ist diesmal die Entscheidung des Nobel-Komitees. Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, einen in Haft sitzenden ch ...

Westfalenpost: Abgefahren ...

Tests mit überlangen Lkw Von Rolf Hansmann Probieren geht bekanntlich über Studieren. Im Fall der überlangen Lkw (Gigaliner) auf deutschen Autobahnen freilich ist jeder weitere Test so überflüssig wie ein Schlagloch auf einer frisch geteer ...

Alle Meldungen von Westfalenpost