PresseKat - Westfalenpost: Keine gute Zeit Von Harald Ries

Westfalenpost: Keine gute Zeit

Von Harald Ries

ID: 845520

(ots) - Abwrackprämie war das Wort des Jahres 2009. 2500
Euro bekamen Neuwagenkäufer, wenn sie ihr altes Auto verschrotten
ließen. Offiziell lief die Aktion unter dem Namen Umweltprämie, aber
vor allem ging es darum, einen Absatzeinbruch der deutschen
Automobilindustrie in Folge der Konjunkturkrise zu verhindern.

Das ist, auch wenn ausländische Hersteller von Kleinwagen stärker
profitierten, zum Teil gelungen, während die ökologischen Vorteile
sich in Grenzen hielten. Das 5-Milliarden-Euro-Programm war in erster
Linie ein Triumph für die Industrielobby. Den wollen die
Kühlgeräte-Hersteller nun mit Blick auf die Strompreisdebatte
wiederholen. Ihre Erfolgsaussichten sind gering.

Das liegt an den völlig anderen Rahmenbedingungen: In Deutschland
ist von einem Einbruch der Industrieproduktion nichts zu spüren. Und
angesichts des Ärgers über die massiv steigenden Abgaben für
erneuerbare Energien dürfte die Bundesregierung wenig Neigung zeigen,
viel Geld für eine neue Öko-Subvention in die Hand zu nehmen. Die
politische Diskussion dreht sich derzeit eher um einen Abbau
staatlicher Eingriffe in den Markt, und der Haushalt ist durch
Euro-Risiken und Pseudo-Wohltaten wie das Betreuungsgeld genügend
belastet.

Richtig bleibt allerdings, dass Stromsparen ein bedeutender Teil
der Energiewende sein kann und muss. Doch anders als die Industrie
glauben machen will, sorgen neue Haushaltsgeräte nicht automatisch
für einen geringeren Verbrauch. Denn erstens geht der Aufwand für die
Neuproduktion auch in die Energiebilanz ein. Und zweitens sichert
sich ein Verbraucher, der einen neuen Kühlschrank in die Küche packt
und den alten im Keller weiter laufen lässt, zwar genügend kaltes
Bier, aber das Gegenteil einer sinkenden Stromrechnung.



Pressekontakt:
Westfalenpost




Redaktion

Telefon: 02331/9174160


Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Lausitzer Rundschau: Aus Fehlern lernen

Zur Debatteüber das Bildungspaket Westfalenpost: Kultur-Skandal

Von Andreas Thiemann
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.04.2013 - 21:24 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 845520
Anzahl Zeichen: 2076

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hagen



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Keine gute Zeit

Von Harald Ries
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalenpost (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Westfalenpost: Peking unter Druck ...

Friedensnobelpreis für Liu Xiaopo Von Eberhard Einhoff Eine mutige Ehrung für einen Mutigen - klar und eindeutig ist diesmal die Entscheidung des Nobel-Komitees. Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, einen in Haft sitzenden ch ...

Westfalenpost: Abgefahren ...

Tests mit überlangen Lkw Von Rolf Hansmann Probieren geht bekanntlich über Studieren. Im Fall der überlangen Lkw (Gigaliner) auf deutschen Autobahnen freilich ist jeder weitere Test so überflüssig wie ein Schlagloch auf einer frisch geteer ...

Alle Meldungen von Westfalenpost