(ots) - Niemand kann zuverlässig sagen, wie viele
Schusswaffen in Deutschland legal in Umlauf sind und wer sie besitzt.
Demgegenüber ist aber bekannt, wie viele Autos auf den Straßen fahren
oder wie viele Menschen einen Hund haben. Das ist absurd.
Ausgerechnet in einem äußerst sensiblen Bereich, den Waffen, herrscht
eine für dieses Land untypische Unordnung. Das neue Register ist
daher dringend notwendig. Nun wird es die längst überfällige
Transparenz endlich geben, die für mehr Sicherheit sorgt.
Die neue Datensammlung wird aber nur funktionieren, wenn für deren
Aufbau vor allem in den Kommunen mehr Personal zur Verfügung steht.
Außerdem muss man bedenken: Durch das Register wird ein viel größeres
Problem nicht gelöst - nämlich der Besitz unerlaubter Waffen
außerhalb jeder staatlichen Kontrolle. Die These, dass jede illegale
Pistole irgendwann einmal eine legale gewesen sein müsse, kann da
nicht beruhigen. Weil sie auch nicht ganz stimmig ist, wenn man
bedenkt, wie groß der Schwarzmarkt inzwischen ist, auf dem Waffen aus
aller Welt gehandelt werden. Und auch die Tatsache, dass Deutschland
innerhalb Europas bereits über die schärfsten Gesetze verfügt, ist
wenig ermutigend. Denn immer noch können im benachbarten Ausland
Pistolen oder Gewehre frei erworben werden, die hier verboten sind.
Kontrollen, Amnestieregelungen, mehr Personal, das sind die
Antworten, mit denen die deutsche Politik bisher versucht hat, die
Waffenflut mehr schlecht als recht einzudämmen. Doch ohne ein
koordiniertes, europäisches Vorgehen geht es nicht. Und dann muss
auch die Frage von Verboten bestimmter Waffen wieder in den
Vordergrund rücken.
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Trierischer Volksfreund
Thomas Zeller
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