PresseKat - Westfalenpost: Fünf neue Forensik-Standorte in NRW

Westfalenpost: Fünf neue Forensik-Standorte in NRW

ID: 748189

(ots) -

Längst geht es nicht mehr um das Ob, sondern
allein ums Wo. Kaum einer zweifelt noch an der Notwendigkeit,
psychisch kranke Straftäter therapeutisch zu behandeln. Vor Ort aber
regiert unverändert das St.-Florians-Prinzip. Kliniken für den
Maßregelvollzug dürfen überall hin - nur bitte nicht in die eigene
Gemeinde.

Weil die überfüllten Kliniken zusätzliche
Täter nicht mehr aufnehmen können, muss NRW handeln. Ministerin
Steffens wirbt für ein breites Bündnis der Parteien - die
Protestwelle aber rollt nicht durchs Parlament, sondern in den
Kommunen. Von den fünf betroffenen Städten haben vier ihren
grundsätzlichen Widerstand angekündigt. Da drohen neue Klagen vor
Gericht.

Zur Wahrheit gehört: Der Maßregelvollzug in NRW
ist sicherer geworden. Nach zahlreichen Ausbrüchen und Gewalttaten
werden Patienten heute besser bewacht. Ein Restrisiko aber bleibt.
Steffens pocht auf Verursacherprinzip und Verteilungsgerechtigkeit:
Psychisch kranke Täter müssen wohnortnah untergebracht werden. Bei
der Standortsuche aber haben sachliche Argumente wenig Chancen, wenn
Ängste geschürt werden.

Auch schuldunfähige, psychisch
kranke Straftäter bleiben Täter. Sexualtäter, Mörder und Gewalttätige
bergen ein hohes Gefährdungspotenzial. Ein Drittel der Patienten
verlässt die Forensik nie mehr. Andere aber sind zeitweise als
Freigänger unterwegs - da ist es Eltern nicht zu verdenken, dass sie
sich Sorgen machen. "Der beste Schutz vor kranken Straftätern ist die
Therapie", weiß Steffens. Aber klar ist auch: Im Zweifelsfall muss
der Schutz der Bürger stets Vorrang haben vor Lockerungsmaßnahmen für
gefährliche Patienten. Nur das schafft das nötige Vertrauen in den
Maßregelvollzug.





Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160





Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Neue Westfälische (Bielefeld): SPD kämpft um das Rentenkonzept
Beinfreiheit
ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN WAZ: Die Angst vor dem Symbol Quote
 - Kommentar von Birgitta Stauber-Klein
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.10.2012 - 19:22 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 748189
Anzahl Zeichen: 2029

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hagen



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Fünf neue Forensik-Standorte in NRW"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalenpost (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Westfalenpost: Peking unter Druck ...

Friedensnobelpreis für Liu Xiaopo Von Eberhard Einhoff Eine mutige Ehrung für einen Mutigen - klar und eindeutig ist diesmal die Entscheidung des Nobel-Komitees. Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, einen in Haft sitzenden ch ...

Westfalenpost: Abgefahren ...

Tests mit überlangen Lkw Von Rolf Hansmann Probieren geht bekanntlich über Studieren. Im Fall der überlangen Lkw (Gigaliner) auf deutschen Autobahnen freilich ist jeder weitere Test so überflüssig wie ein Schlagloch auf einer frisch geteer ...

Alle Meldungen von Westfalenpost