PresseKat - Westfalenpost: Kommentar zu Regierungspläne zur Demografie / Ein Strategiepapier ohne großes Konze

Westfalenpost: Kommentar zu Regierungspläne zur Demografie / Ein Strategiepapier ohne großes Konzept / Von Harald Ries

ID: 625076

(ots) - Ein Strategiepapier ohne großes Konzept

Der demografische Wandel wird in der Öffentlichkeit seit vielen
Jahren diskutiert, in der Wissenschaft seit mehreren Jahrzehnten.
Denn an der Entwicklung ist eines uneingeschränkt positiv: Sie kommt
nicht überraschend. Insofern ist es doch überraschend, dass die
Bundesregierung erst jetzt eine Strategie beschließt. Und Kritikern,
die bemängeln, dass sich darin nur eine kleinteilige Bestandsaufnahme
von ohnehin laufenden Vorhaben finde, auch noch entgegnet, das
74-seitige Papier solle nur eine Diskussion in Gang setzen. Und jetzt
würden erstmal Arbeitsgruppen eingesetzt. Das ist ebenso mager wie
die Idee des Innenministers zur Zukunft des ländlichen Raums:
Breitbandkabel müssten her. Da hat er völlig recht. Die müssen schon
lange her. Können aber kein Ersatz sein, wenn Supermarkt, Bank und
Hausarztpraxis schließen und die Immobilienpreise verfallen.
Glücklicherweise ist man da in den Gemeinden schon weiter, denkt über
Möglichkeiten des Nahverkehrs und ehrenamtlicher Aktivitäten nach.
Ganz konkret. Im Alltag. So wie verantwortungsvolle Unternehmen sich
schon lange Gedanken machen über ihre Attraktivität für Fachkräfte,
über Familienfreundlichkeit und altersgerechte Arbeitsplätze. Wir
sollten uns ohnehin nicht von Katastrophenszenarien verrückt machen
lassen. Dass Menschen länger leben, ist doch prima. Nicht überall ist
weniger Gedränge von Nachteil. Altengerechte Städte können für alle
Bewohner lebenswerter werden. Mehr Flexibilität bei der
Lebensarbeitszeit wäre eine generationsübergreifende Errungenschaft.
Vielleicht brauchen wir den großen Plan gar nicht. Die Rezepte sind
im Prinzip bekannt. Beispielsweise müssen die Kapazitäten von Frauen
besser genutzt werden. Was man von der Bundesregierung gerne wüsste,
wäre, was sie angesichts des sinkenden Rentenniveaus und von




Mini-Job-Erwerbsbiografien gegen die Altersarmut unternehmen will,
wann sie gedenkt, Demenzkranken und ihren Angehörigen aus
entwürdigenden Notlagen zu helfen und warum keine vernünftige
Regelung für qualifizierte Zuwanderung existiert. Obwohl: Wenn der
CSU-Politiker Friedrich hier vor dem "Öffnen von Schleusen" warnt,
bekommt man einen Verdacht.



Pressekontakt:
Westfalenpost Hagen
Redaktion

Telefon: 02331/9174160


Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Westfalenpost: Kommentar zu Betreuungsgeld nicht für Hartz-IV-Empfänger / Wer hat, der bekommt / Von Nina Grunsky Rheinische Post: Betreuungs-Basar

Kommentar Von Eva Quadbeck
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.04.2012 - 19:28 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 625076
Anzahl Zeichen: 2559

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hagen



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zu Regierungspläne zur Demografie / Ein Strategiepapier ohne großes Konzept / Von Harald Ries"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalenpost (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Westfalenpost: Peking unter Druck ...

Friedensnobelpreis für Liu Xiaopo Von Eberhard Einhoff Eine mutige Ehrung für einen Mutigen - klar und eindeutig ist diesmal die Entscheidung des Nobel-Komitees. Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, einen in Haft sitzenden ch ...

Westfalenpost: Abgefahren ...

Tests mit überlangen Lkw Von Rolf Hansmann Probieren geht bekanntlich über Studieren. Im Fall der überlangen Lkw (Gigaliner) auf deutschen Autobahnen freilich ist jeder weitere Test so überflüssig wie ein Schlagloch auf einer frisch geteer ...

Alle Meldungen von Westfalenpost