PresseKat - Westfalenpost: zu Afghanistan

Westfalenpost: zu Afghanistan

ID: 415322

(ots) - Die Tarnung des Attentäters war eine Polizeiuniform.
Als Polizist verkleidet hatte sich der Taliban unter die
Sicherheitskräfte geschlichen, die auch Bundeswehrgeneral Markus
Kneip beschützen sollten. Dass er den Anschlag überlebte, grenzt an
ein Wunder. Zwei deutsche Soldaten aber starben. Das
Selbstmordattentat im afghanischen Tachar zeigt, wie leicht
angreifbar und instabil die viel beschworene Sicherheitspartnerschaft
zwischen Afghanen und Isaf-Truppen ist. Auf afghanische
Sicherheitskräfte ist nicht wirklich Verlass. Viele sind korrupt und
massiv von Taliban unterwandert. Eine niederschmetternde vorläufige
Bilanz dieses auf Kooperation angelegten Konzepts der internationalen
Schutztruppe. Mag das Attentat dem deutschen General persönlich
gegolten haben oder nicht, dieser Vorfall ist beispiellos und
offenbart eine neue Qualität der Bedrohung durch die Taliban. Wie
soll nur das geschundene Land am Hindukusch auf absehbare Zeit seine
Sicherheit selbst bewerkstelligen? Davon jedenfalls geht der Westen
noch immer aus. Doch dieser Plan ist blanke Illusion. Die Strategie,
welche schon bald den Abzug erster Isaf-Kräfte vorsieht, gerät schon
jetzt ins Wanken. Das dokumentiert der blutige Anschlag vom
Wochenende auf traurige Art und Weise. Wer aber jetzt den
Afghanistan-Einsatz grundsätzlich in Frage stellt, der gibt den
grausamen Extremisten Auftrieb. Sicher ist die Strategie des Westens
in vielen Aspekten verbesserungswürdig - doch eine echte Alternative
gibt es nicht. Es gilt, die Debatte über unsere Mission am Hindukusch
ehrlich zu führen, auch in Deutschland.



Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174201




Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.05.2011 - 18:47 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 415322
Anzahl Zeichen: 1877

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hagen



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: zu Afghanistan"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalenpost (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Westfalenpost: Peking unter Druck ...

Friedensnobelpreis für Liu Xiaopo Von Eberhard Einhoff Eine mutige Ehrung für einen Mutigen - klar und eindeutig ist diesmal die Entscheidung des Nobel-Komitees. Liu Xiaobo mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, einen in Haft sitzenden ch ...

Westfalenpost: Abgefahren ...

Tests mit überlangen Lkw Von Rolf Hansmann Probieren geht bekanntlich über Studieren. Im Fall der überlangen Lkw (Gigaliner) auf deutschen Autobahnen freilich ist jeder weitere Test so überflüssig wie ein Schlagloch auf einer frisch geteer ...

Alle Meldungen von Westfalenpost