Westfalenpost: Jens Helmecke zum Umgang der Airline Ryanair mit ihren Fluggästen
(ots) - Für den Billigheimer Michael O'Leary ist der Kunde
nicht König, sondern variable Masse. Das Geschäftsmodell von Ryanair
basiert seit der ersten Stunde darauf, die Mentalität "Geiz ist geil"
zu bedienen - mit enormem Erfolg. Das Unternehmen ist nicht von
ungefähr gemessen an Passagieren die größte Airline Europas. Der
Kunde hat genau dafür gesorgt. Offenbar hat O'Leary eine Art
Höhenflug, der ihn glauben lässt, völlig rücksichtslos agieren zu
können. Das stellt er nicht zum ersten Mal unter Beweis. Mit
scheinselbstständigen Piloten zu agieren, um gegenüber seriösen
Fluggesellschaften mit festangestelltem Personal Vorteile zu
erzielen, ist nur ein Mosaikstein. Die Streichung von 50 Flügen
gemessen an den rund 2500 Verbindungen täglich dürften als Peanuts
abgetan werden. Ganz offenbar vertraut der irische Unternehmer
darauf, dass er seine Kunden nach Belieben enttäuschen kann, weil sie
beim Blick auf den Preis auch in Zukunft wieder buchen würden.
Tatsächlich ist es gar nicht so sicher, dass Ryanair durch das
Streichkonzert viel Publikum verliert. Es ist also an den Kunden
selbst, beim nächsten Flugschnäppchens nicht schwach zu werden, auf
seriösere Anbieter zu wechseln und O'Leary den Denkzettel zu
verpassen, den er sich unredlich verdient hat.
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Datum: 19.09.2017 - 21:26 Uhr
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