Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Baden-Württemberg/CDU/Landtagspräsident
(ots) - Mit den Frauen ist es bei der CDU so eine Sache.
Sie sind wohlgelitten - aber nur, solange sie den Männern nicht die
schönen Ämter wegschnappen. In der Landespartei hat deren Chef Thomas
Strobl mit Katrin Schütz immerhin eine Generalsekretärin installiert.
Sie wurde gerade erst auf dem Parteitag in Ulm bestätigt.
Vergleichbares gelang Guido Wolf, dem Spitzenkandidaten für die
Landtagswahl, in der Landtagsfraktion jedoch nicht. Er hielt sich
offenkundig aus der Regelung seiner Nachfolge im Amt des
Parlamentspräsidenten heraus, um seine eigene Wahl zum Fraktionschef
nicht durch Enttäuschte und Verbitterte zu belasten. Das Ergebnis: an
der Spitze des Landtags wird wieder ein Mann stehen. Dass die anderen
Fraktionen dem Vorschlag der CDU folgen, steht außer Frage.
Bei der Bundestagswahl war es der CDU gelungen, die jüngeren
Frauen - zuvor bei Grün-Rot verortet - für sich zu gewinnen. Während
der Mitgliederbefragung stellte Wolf in Aussicht, bei einem
Wahlerfolg sein Kabinett etwa zur Hälfte mit Frauen zu besetzen. In
der Partei erhob sich daraufhin ein Grummeln. Der neue Vormann der
CDU hätte jetzt ein Signal senden können. Diese Chance blieb
ungenutzt.
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Datum: 27.01.2015 - 19:45 Uhr
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