(ots) - Die evangelische Theologin Margot Käßmann (56)
hat der Behauptung widersprochen, sie habe die Abschaffung der
Bundeswehr gefordet. Im Gespräch mit dem in Bielefeld erscheinenden
WESTFALEN-BLATT (Freitagsausgabe) sagte die frühere
EKD-Ratsvorsitzende, für sie sei es eine Utopie, in einem Land ohne
Armee zu leben. Sie machte deutlich, dass es auch weiter Utopien
geben müsse. "Ich träume davon, dass es eine Welt ohne Krieg geben
kann. Ich habe die Utopien von gerechten Beziehungen zwischen Arm und
Reich und Männern und Frauen. Wenn es das nicht mehr gibt, dann
bewegt sich nichts mehr. Dann haben wir nur noch eine Politik des
Pragmatismus, die einen Schritt geht und dann den nächsten," sagte
Käßmann. Zugleich verteidigte sie ihre Äußerungen zu tagespolitischen
Ereignissen. "Die evangelische Kirche ist seit Martin Luther
politisch. Es ist etwas typisch Evangelisches, sein Gewissen an der
Bibel zu schärfen. Und wenn man eine Haltung gefunden hat, dann
findet die auch in der Welt statt. Das ist reformatorisch und hat
immer auch eine politische Dimension," sagte Käßmann dem
WESTFALEN-BLATT weiter. Zum Kampf gegen den Terror sagte sie, dass
ihrer Meinung nach nur die Vereinten Nationen das Organ sein sollte,
das die Entscheidung in solchen Fällen treffen sollte. "Auf Weltebene
müssten die Vereinten Nationen die Berechtigung haben, in
Krisengebieten einzugreifen. Und nicht Armeen von außen, die
entscheiden, wer die Guten und die Bösen sind."
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