(ots) - Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im
Bundestag, Klaus Ernst, hat den grünen Fraktionschef Anton Hofreiter
im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe) scharf kritisiert. Grund
ist ein Interview Hofreiters vom Wochenende, in dem dieser Teilen der
Linken den Willen und die Fähigkeit zu einer rot-rot-grünen Koalition
abspricht. Die grüne Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hatte
zudem erklärt, ein solches Bündnis rücke in immer weitere Ferne. "Ich
finde die Äußerungen einfach nur noch wirr", sagte Ernst dem "Kölner
Stadt-Anzeiger" an Hofreiters Adresse. "Den Linken zu unterstellen,
sie würden die Leute in die Verelendung treiben, um damit
rot-rot-grüne Regierungen zu verhindern - das ist Schwachsinn. Wir
haben die Hartz IV-Proteste mit organisiert. Wir haben uns für
Mindestlöhne eingesetzt." Dies sei das Gegenteil dessen, was
Hofreiter behaupte. Es seien außerdem die Grünen gewesen, die unter
anderem dafür gesorgt hätten, dass es im Saarland nicht zu einer
rot-rot-grünen Koalition gekommen sei. Der Linken-Politiker fuhr
fort: "Ich halte den Hofreiter langsam für ein Irrlicht. Mit tut er
leid. Wenn das die Linken bei den Grünen sind, dann braucht man
wirklich keine Freunde mehr. Der sollte sich um sein eigenes Profil
und das seiner Partei kümmern. Da hat er genug zu tun." Ernst sieht
das tiefer liegende Problem darin, dass die Grünen "keinen Plan und
keine Strategie" hätten, wie es mit ihnen selbst weiter gehen solle.
"Wollen sie eine rot-rot-grüne Option? Oder wollen sie mit den
Schwarzen kuscheln?" Er könne den Grünen nur raten, sich zu
entscheiden. Eine Politikwende werde es lediglich mit der Linken und
der SPD geben. Zuvor hatte bereits Parteichef Bernd Riexinger die
Grünen vor "Selbstfindungstrips auf der Oppositionsbank" gewarnt.
"Das Gehacke der grünen Spitzen stört", erklärte er. "Das Gerede über
Schwarz-Grün stärkt die Union."
Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 3149