(ots) - Die SPD-Politikerin Katrin Griese tritt in der
Debatte um die bevorstehende Bundestagsentscheidung zur Sterbehilfe
für eine moderate Position ein. Als "ethisch nicht verantwortbar"
müsse die aktive Sterbehilfe ausscheiden, sagte die
Bundestagsabgeordnete der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
(Montag-Ausgabe). Sterbehilfevereine stünden "für einen unwürdigen
Umgang mit dem Tod", deshalb gehörten sie nicht nach Deutschland. "Da
bekommt jemand anonym den Todestrank hingestellt und bleibt allein in
seinem Zimmer." Besonders schlimm sei es, "dass diese
Sterbehilfevereine ihre Mittel auch an psychisch Kranke, besonders an
Menschen mit Depressionen, verabreichen". Geprüft wird, ob sich durch
das Vereinsrecht die Tätigkeit von Suizidvereinen unterbinden lassen,
oder ob das Betäubungsmittelrecht entsprechend geändert werden könne,
wie dies Christiane Woopen, Vorsitzende des Ethikrates, angeregt hat.
Das Strafrecht sei jedenfalls keine Antwort auf die gesellschaftliche
Debatte. Entscheidend gestärkt werden müsse die Arbeit der Ärzte und
des Pflegepersonals. Die palliative Sedierung müsse generell erlaubt
werden, also die Verhinderung von übermäßigen Schmerzen auch "unter
Inkaufnahme des eventuell früheren Sterbens".
Verbunden mit dem von ihr vertretenen "mittleren Weg" müsse ein
umfassender Ausbau der Hospizarbeit und der Palliativmedizin sein.
Experten versicherten, "wenn dabei alle Möglichkeiten in Deutschland
ausschöpft würden, müsste niemand in die Schweiz reisen". Ein gutes
Drittel der Bundestagsabgeordneten wird zu den Unterstützern der
Griese-Position gerechnet.
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