(ots) - Kommentar Haderthauer - Ausgabe vom 30.07.2014 Mit
Eigenschaften wie den ihren hat die in der CSU noch stark vertretene
Riege der Mannsbilder alten Schlages ihre liebe Mühe. Zuerst mal ist
Christine Haderthauer eine misstrauisch beäugte Quereinsteigerin.
Erst nach der Familienphase machte sie Karriere in der Politik, ohne
sich groß um Parteiapparat und -befindlichkeiten zu scheren. Ein
Aufstieg, den nur packt, wer wie die Juristin macht- und zielbewusst
ist, kämpferisch - und kalt, wie sie als Sozialministerin war. Züge,
wegen derer Parteichef Horst Seehofer sie ins Staatsministerin holte
- mit der Perspektive auf seine Nachfolge. Doch damit ist es jetzt
vorbei. Von der skurrilen Modellbau-Affäre wird sich Haderthauer
nicht erholen. Aus is'! Jedenfalls bald und allen Treueschwüren zum
Trotz. Denn was der mindestens so machtbewusste Ministerpräsident
weniger schätzt, ist, dass langwierige Affären ihn und seine Partei
belasten. Wie der Teufel das Weihwasser fürchtet der CSU-Parteichef,
erneut in den Ruf wie zu Max Streibls Zeit zu geraten, als gespottet
wurde über die CSU-Amigos. Seehofer hat alle Hände voll zu tun, den
Absturz aufzuhalten, der bei der Europawahl eintrat. Was er nicht
brauchen kann, ist eine anhaltende Debatte darüber, ob eine
Ministerin das moralische und charakterliche Format für ein solches
Amt hat. Haderthauer hatte als Generalsekretärin das CSU-Desaster
2008 zu verantworten. Sie spülte Seehofer an die Macht. Er hielt zu
ihr. Ein zweites Mal aber nicht.
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