(ots) - Der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, Vertreter der
Nebenklage im NSU-Prozess, geht davon aus, dass die Hauptangeklagte
Beate Zschäpe mit der Trennung von ihren Verteidigern auf die
schwindenden Chancen im Verfahren reagiert. "Ich sehe die
Anklageschrift der Bundesanwaltschaft nach 128 Verhandlungstagen voll
bestätigt", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger"
(Donnerstag-Ausgabe). "Die Anklage als Mörderin ist richtig. Zschäpe
muss richtigerweise davon ausgegangen sein, dass es auf eine
Verurteilung hinausläuft." Ein Hinweis darauf sei die Vernehmung des
Rechtsextremisten und langjährigen V-Manns Tino Brandt. Letzterer
habe ihre Rolle als eigenständige Akteurin betont. "Ich glaube, dass
die Befragung von Tino Brandt das Fass zum Überlaufen brachte." Der
andere Hinweis sei die kürzlich gescheiterte Haftbeschwerde des
mitangeklagten Ralf Wohlleben. Daimagüler fügte hinzu: "Der Senat
wird alles daran setzen, Frau Zschäpe die Verteidigung zu geben, die
sie möchte. Aber er muss auch Fragen der Prozessökonomie abwägen."
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