(ots) - Die von Unions-Fraktionschef Volker geforderte
Gesprächsverweigerung mit der AfD sorgt innerhalb der Union für
Streit. Der parlamentarische Geschäftsführer der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer, sagte der
"Leipziger Volkszeitung" (Montag-Ausgabe), man habe im
Europawahlkampf erlebt, dass die AfD nur sagen könne, was sie nicht
wolle. "Mit Populismus und krawalligen Parolen lässt sich aber keine
seriöse Politik machen. Deshalb gibt es in der CDU keinen
Gesprächsbedarf." Dagegen sagte der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach,
der auch Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestages ist: "Wir
sollten vermeiden, dass der Eindruck entsteht, wir würden eine
politisch inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD scheuen." Wenn
Volker Kauder mit der AfD nicht diskutieren wolle sei das dessen ganz
persönliche Entscheidung. Er selbst würde sich nicht verweigern. "Mit
den Links-Politikern Sahra Wagenknecht oder Gregor Gysi jederzeit zu
diskutieren, mit den AfD-Politikern Lucke oder Henkel aber nie und
nimmer, klingt für mich nicht besonders plausibel", meinte Bosbach
gegenüber der "Leipziger Volkszeitung". Der SPD-Fraktionsvize im
Bundestag, Carsten Schneider, sagte der Zeitung zu Gesprächen mit der
AfD: "Man darf die AfD nicht so dämonisieren, sondern muss sich mit
guten Argumenten auch mit ihnen auseinandersetzen". Je mehr man die
AfD dämonisiere, "je mehr die politische Klasse die AfD negiert, umso
mehr bekommt sie Zulauf von reinen Protestwählern". Grosse-Brömer
hielt der AfD dagegen vor, ihre politische Unzuverlässigkeit habe
deren Vorsitzender Bernd Lucke schon jetzt bewiesen: "Wer sich ins
Europaparlament wählen lässt und dann direkt die Kandidatur für den
nächsten Bundestag ankündigt, nimmt den Wählerauftrag nicht ernst."
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