(ots) - Braunkohle, Megastaudämme, Atomkraft - so lautet
das Energiewendekonzept der islamisch-neoliberalen Regierung in der
Türkei. Die zig Milliarden schweren Pläne sollen das Land
unabhängiger machen von den langsam unbezahlbaren Öl- und
Gasimporten, ohne das weiterhin angestrebte starke
Wirtschaftswachstum zu gefährden. Denn der Boom geht mit wachsendem
Energiehunger einher. Allerdings ist die AKW-Karte bestenfalls
langfristig ausspielbar, und bei Wasserkraft stören Proteste von
Anrainerstaaten und Umweltschützern. Dadurch hat die heimische
Braunkohle in der Türkei eine Bedeutung weit über jenes Viertel
hinaus erlangt, das sie zur Energieversorgung beiträgt. Nicht nur
dort wird heftig Lobby gemacht für den ach so preiswerten und
arbeitsplatzschaffenden heimischen Energieträger.
Allerdings sind Kohleabbau und -verstromung äußerst gefährliche
Technologien - für Arbeiter, Anwohner, Klima und Umwelt. So richtig
gerät dies meist erst dann ins Bewusstsein, wenn es mal wieder
irgendwo zu einem furchtbaren Grubenunglück gekommen ist. Die
Katas-trophe in Soma, einem der braunkohlereichsten Gebiete der Welt,
ist die schlimmste seit vielen Jahren. Zu wünschen wäre es, dass die
Aufarbeitung über die Suche nach den einzelnen Schuldigen für die
schlimmen Zustände in der privatisierten Mine hinausgeht. Für die
Türkei wie für andere Schwellenländer stellt sich die Frage: Welche
Energiewende brauchen wir eigentlich?
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