(ots) - Auch in Sachsen und in Thüringen wird es vor den
Landtagswahlen zum TV-Duell der Spitzenkandidaten der
Landtagsparteien kommen. Der MDR wird, nach einem Bericht der
"Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe), eine entsprechende
Einladung aussprechen, unbeschadet der Tatsache, dass die CDU von
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich auf ihrem Standpunkt
beharrt, der populäre Tillich werde keine PR-Arbeit für die anderen,
schon gar nicht für die NPD machen. Jetzt fordert die Konkurrenz den
MDR auf, hart zu bleiben und dann notfalls statt Tillich einen leeren
Stuhl ins Studio zu stellen. "Der MDR wird für den 25. August die
Spitzenkandidaten der Landtagsparteien einladen", erklärt
MDR-Chefredakteur Stefan Raue. Ein ähnliches Verfahren sei für die am
14. September stattfindende Landtagswahl in Thüringen geplant. "Ich
kann mir nicht vorstellen, dass Herr Tillich nicht an der
Gesprächsrunde teilnimmt, wenn alle anderen Spitzenkandidaten
kommen", ergänzt Raue. Die Spitzenkandidaten von SPD, Linkspartei,
FDP und Grünen appellieren in der Zeitung an Tillich, den Mut zur
Teilhabe aufzubringen. Eine "überlebte" und laute TV-Runde "dient
mehr der politischen Selbstbefriedigung einiger Teilnehmer als der
demokratischen Meinungsbildung", kritisiert CDU-Landesgeneralsekretär
Michael Kretschmer. Außerdem denke Tillich nicht daran, "das
PR-Geschäft für andere zu machen, schon gar nicht für die NPD". Auf
ein vorsichtiges Unverständnis würde die Nicht-Teilnahme Tillichs
oder eine Stellvertreter-Entsendung selbst beim derzeitigen
Koalitionspartner FDP stoßen: "Eigentlich sollten ja die
Spitzenkandidaten auf Augenhöhe miteinander diskutieren", sagt
Zastrow. "Sollte ein Spitzenkandidat seine Teilnahme absagen, dann
muss dessen Platz eben frei bleiben", macht Dulig Druck. Wenn Tillich
kneife, "sollte der Sender einen leeren Stuhl mit dem Namen des
Spitzenmannes der CDU in die Runde stellen", rät Grünen-Politikerin
Hermenau. Tillich müsse teilnehmen, meint auch Gebhardt: "Alles
andere ist Wählerverarsche".
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