(ots) - Erfolgreich ist, was Stimmen bringt. Für den
Werbefachmann gibt es keine moralisch keimfreie Reklame, das ist auch
gar nicht sein Ziel. Er will ein Produkt verkaufen. Zahnbürste, Socke
oder Waschmittel - ganz egal. An eine politische Kampagne gehen die
PR-Strategen ganz ähnlich heran. Nach dem Vorbild USA gilt "negative
campaigning", also negative Wahlwerbung, als wirkungsvoll. Wenn es
gelingt, ein Schreckensszenario aufzubauen und beim Wähler Wut oder
Protest zu erzeugen, dann ist man am Ziel. Man sollte indes bedenken,
dass Politiker keine Produkte sind und Parteien keine Marken, deren
Vorteile man wie Automodelle anpreisen kann. In Europa ist
Deutschland eine Insel der Seligen. Krisen heraufzubeschwören, um
sich als Retter zu profilieren, könnten die Wähler unredlich finden.
Wenn die großen Parteien auf Probleme wie Zuwanderung - siehe
Duisburg - und Kriminalität hinweisen, könnte das rasch auf sie
selbst zurückfallen. Schließlich sind sie für diese Missstände zum
Teil selbst verantwortlich.
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