(ots) - Als "menschenfern" kritisiert der Paritätische
Wohlfahrtsverband die Pläne zur Reform von Hartz IV. Durch die
angekündigte Verschärfung von Sanktionen sowie neue Restriktionen bei
der Übernahme von Wohnkosten würde sich die Situation für viele
Betroffene sogar noch verschlimmern. Wer wirklich etwas für die
Menschen tun wolle, müsse die Regelsätze auf ein bedarfsgerechtes
Niveau anheben und insbesondere endlich die Teilhabe von Kindern
sicherstellen.
"Die Reformvorschläge sind in erster Linie verwaltungstechnischer
Natur, so genannte Massenverwaltungstauglichkeit steht vor dem
Einzelschicksal. Die wirklichen Probleme der Menschen greifen sie
nicht auf", kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des
Paritätischen Gesamtverbandes. "Ganz im Gegenteil: Wenn künftig die
Miete auf einem bestimmten Niveau gedeckelt oder bei
Terminversäumnissen die Zahlungen komplett gestrichen werden, ist das
sogar eine unzumutbare Verschärfung."
Der Verband fordert eine Reform der Hartz IV-Leistungen sowie
stärkere Anstrengungen zur Förderung von Langzeitarbeitslosen. "Statt
kleinteiliger Verwaltungseffizienzreförmchen, braucht es eine
durchgreifende Totalreform", so Schneider. Um die Menschen wirksam
vor Armut zu schützen, müssten die Regelsätze deutlich von derzeit
391 Euro auf 464 Euro angehoben werden. Die Leistungen für Kinder und
Jugendliche seien komplett neu zu organisieren: "Statt
10-Euro-Gutscheine brauchen wir eine kräftige Erhöhung der
Kinderregelsätze sowie einen Rechtsanspruch für einkommensschwache
Kinder auf Teilhabe." Notwendig sei schließlich der Ausbau öffentlich
geförderter Beschäftigung für Langzeitarbeitslose.
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