(ots) - Harmlos muss es aussehen, wenn Deutsche zurzeit aus
der Schweiz zurückkehren: Polo-Hemd, Sonnenbrille, Handtäschchen,
vielleicht gar ein paar Ski auf dem Dachträger. Denn die Zöllner
kennen ihre Pappenheimer. Ihr Augenmerk ist auf Autos der gehobenen
Klasse gerichtet, besetzt mit drei oder mehr, meist älteren
Herrschaften. Alle erklären im Zweifel, zufällig eine knapp
fünfstellige Summe im Portemonnaie zu haben. Muss man sich so klein
machen, fast erniedrigen? Ist es der Mammon wert, mit schweißnassen
Händen am Steuer zu sitzen und mit klopfendem Herzen darauf zu
hoffen, dass dieses und das nächste und das übernächste Mal kein
Uniformierter an die Autoscheibe klopft? Wäre es nicht endlich an der
Zeit, reinen Tisch zu machen und das einmal ins benachbarte Ausland
geschaffte Geld jetzt gegenüber dem deutschen Fiskus zu deklarieren
und die entzogenen Steuern nachzuzahlen. Noch gibt es die
Selbstanzeige, die jedem Hinterzieher den Gang zum Kadi erspart.
Menschen, die ökonomisch eher zu den Stützen unserer Gesellschaft
zählen, sollten aufhören mit solch entwürdigenden Ausflügen in die
Schweiz. Ihre Rückholaktionen sind schlicht Schwarzgeldschmuggel.
Vielleicht hilft eine Weisheit des verstorbenen schwäbischen
Humoristen Willy Reichert, den ohnehin gerechtfertigten materiellen
Verlust zu verschmerzen: Im letzten Hemd hast Du keine Tasche mehr.
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