(ots) - Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)
genießt in der Bevölkerung einen sehr guten Ruf. Das ist das Ergebnis
einer repräsentativen Meinungsumfrage des uzbonn, die heute der
Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Danach halten 79 Prozent der
Befragten die MPU für sinnvoll, 73 Prozent vertreten die Meinung,
dass die MPU der Verkehrssicherheit dient.
"Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung steht hinter dem
Konzept der MPU, das die Verkehrsteilnehmer vor Risikofahrern schützt
und gleichzeitig bei problematischen Fahrern eine Verhaltensänderung
bewirken kann", erläuterte Gerhard Laub, Vorsitzender der
VdTÜV-Kommission Fahreignung. "Damit ist die Behauptung widerlegt,
die MPU leide unter mangelnder Akzeptanz und würde von einer Mehrheit
in Frage gestellt."
Bei Frauen und jüngeren Fahrern besonders hohe Akzeptanz der MPU
Insgesamt ist die Zustimmung zur MPU bei Frauen etwas höher. So
stimmten 83 Prozent der weiblichen und 75 Prozent der männlichen
Befragten der Aussage zu, die MPU sei grundsätzlich sinnvoll.
Betrachtet man die Altersstrukturen, ist die Zustimmung mit 83
Prozent in der Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen am höchsten. Bei
den 30 bis 59-Jährigen beträgt die Zustimmung 78 Prozent - und 79
Prozent bei der Generation 60 Plus.
Auch finden die Anlässe, aus denen heraus eine MPU in Deutschland
angeordnet wird, in der Bevölkerung große Zustimmung. So sind 97
Prozent der Meinung, dass eine MPU notwendig ist, wenn bei einem
Autofahrer mehrfach Alkohol am Steuer festgestellt wurde, 92 Prozent
befürworten die MPU auch dann, wenn ein Autofahrer einmalig stark
alkoholisiert ist und 95 Prozent sind der Meinung, dass eine MPU nach
Drogenkonsum notwendig ist. "In der Bevölkerung bestehen recht genaue
Vorstellungen, wann eine Untersuchung der Fahreignung sinnvoll ist",
erklärte der Verkehrspsychologe Laub. "Es gibt einen breiten Konsens,
dass die Anlässe zu einer MPU in einem problematischen Verhalten
liegen, mit dem sich der betroffene Autofahrer auseinandersetzen
muss."
Alkohol am Steuer kein "Kavaliersdelikt"
Insgesamt befürworteten 62 Prozent der Befragten, dass jemandem,
der alkoholisiert Auto fährt, in jedem Fall die Fahrerlaubnis
entzogen werden sollte. Einen Entzug "unter Berücksichtigung der
Umstände" befürworten 36 Prozent. Dazu zählen eine hohe Alkoholmenge,
Wiederholungsfälle, Verursachen von Unfällen, gefährliche Verstöße
gegen die Verkehrsregeln oder der zusätzliche Konsum von Drogen. Nur
2 Prozent der Befragten lehnen einen Führerscheinentzug aufgrund von
Alkohol am Steuer grundsätzlich ab.
Auf die Frage, ob die Fahrerlaubnis nach dem Entzug und einer
Sperrfrist wiedererteilt werden soll, war die große Mehrheit der
Befragten der Meinung, dass dies an Bedingungen geknüpft sein soll.
Insgesamt stimmten 88,8 Prozent der Befragten dafür, dass die
betroffenen Autofahrer vor einer Wiedererteilung darauf hin
untersucht werden sollten, ob sie ihr Verhalten tatsächlich geändert
haben. Zustimmung (58 Prozent) findet auch die Forderung, die
betroffenen Autofahrer müssten noch einmal die Führerscheinprüfung
bestehen. "Voll und ganz" oder "eher" stimmen sogar 21 Prozent der
Aussage zu, dass nach Alkoholfahrten die Fahrerlaubnis nie wieder
erteilt werden soll. Nur 12 Prozent halten eine weitere Überprüfung
vor der Wiedererteilung für nicht notwendig.
Mit der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) ist in
Deutschland bereits seit 60 Jahren ein System etabliert, dass
einerseits einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leistet und
andererseits den betroffenen Autofahrern nach schwerwiegenden
Auffälligkeiten die Möglichkeit eröffnet, wieder am Straßenverkehr
teilzunehmen.
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