(ots) - Wer existenzielle Entscheidungen aufgrund eines
Schocks trifft, darf sich nicht wundern, wenn die Sache gründlich
daneben geht. Der kompromisslose Ausstieg aus der Kernenergie nach
der Katastrophe von Fukushima ist so ein Fall. Die Angelegenheit ist
umso schlimmer, weil der Verzicht auf die Stromversorgung per
Knopfdruck aus einem Reaktor das Chaos noch verschlimmert, dass die
deutsche Politik mit dem EEG angerichtet hat. Was auf den ersten
Blick nachvollziehbar war, nämlich gänzlich neue Erzeugungssysteme
nicht sofort dem Gesetz von Angebot und Nachfrage auszuliefern, damit
sie nicht postwendend wieder vom Markt gefegt werden, entpuppt sich
im wahren Leben finanziell als Fass ohne Boden und bleibt auch noch
ökologisch weit hinter dem zurück, was man sich als Ziel gesetzt hat.
Das Ergebnis ist ein milliardenteures Flickwerk, das nur durch
umfangreiche Industrieprivilegien, absurde, weil fixe
Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Quellen, vor allem
aber eine gigantische finanzielle Belastung des Verbrauchers
zusammengehalten wird. Da man aber mitten im Fluss nicht die Pferde
wechselt, weil man sonst Gefahr läuft, unterzugehen, bleibt der
Politik gar nichts anderes übrig, als beim sündhaft teuren Aus- und
Nachbessern zu bleiben. Wie alternativlos diese Politik leider ist,
zeigt im Übrigen die extreme Abhängigkeit von Russland. Ohne Gas, Öl
und Kohle aus Putins Reich gingen bei uns ganz schnell die Lichter
aus. Soll das so nicht bleiben, gibt es zur alternativen Energie auf
Dauer keine Alternative. - Außer man höbe den Bann auf, der über der
Kernkraft liegt, was sich hierzulande niemand trauen wird. Also Augen
zu und durch, auch wenn es noch so viel kostet.
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