(ots) - Führende Politiker aus dem Bundestag sind nicht
bereit, dem am Montag seinen 70. Geburtstag feiernden
Sozialdemokraten Gerhard Schröder den Ehrentitel "Elder Statesman"
zuzubilligen. Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung"
(Freitag-Ausgabe) sagte der Fraktionschef der Linkspartei im
Bundestag, Gregor Gysi, er habe "großen Respekt" davor, dass es der
Sozi aus ärmlichsten Verhältnissen heraus bis ins Kanzleramt
geschafft hat. "Aber Gerhard Schröder ist durch seine Regierungszeit
belastet, anders als Helmut Schmidt", befindet Gysi. "Die ,Agenda
2010' und sein direkter Weg in die Wirtschaft hängen ihm auf ewig
an". Deshalb sei Schmidt ein Elder Statesman - und Schröder eben
nicht. Gerda Hasselfeldt, CSU-Landesgruppenvorsitzende, sagte der
Zeitung: "Gerhard Schröder fehlt die Orientierung am Gemeinwohl."
Auch keine Chance als Elder Statesman hat der Alt-Bundeskanzler bei
der Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt: "Gerhard Schröder
ist kein Elder Statesman." Man spüre, dass der erste rot-grüne
Kanzler noch immer ein aktiver Politiker sein möchte. "Schröder hätte
sich entscheiden müssen, ob er in die Wirtschaft geht, oder ein Elder
Statesman sein will." Und für Volker Kauder, Chef der
CDU/CSU-Fraktion, steht fest: "Er ist ein Alt-Bundeskanzler. Und als
solcher fällt er auf, manchmal mit klugen und manchmal mit weniger
klugen Hinweisen." Im Gegensatz dazu steht es für
SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi" außer Frage", dass der Jubilar
natürlich ein Elder Statesman sei. Schröder habe viel für das Land
geleistet, von dem alle bis heute zehrten. Sie stimme mit manchen
seiner Wortmeldungen von heute nicht überein. Aber, so Fahimi: "Mir
sind Menschen mit Ecken und Kanten lieber als glattgebügelte
Ja-Sager. Gerd Schröder ist aus meiner Sicht ein Elder Statesman par
excellence."
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