(ots) - Hunderttausende unter der rund einen Million
Langzeitarbeitslosen in Deutschland haben, nach Ansicht von
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, keine Chance auf einen Job im
ersten Arbeitsmarkt. "Wir müssen uns da ehrlich machen", sagte die
SPD-Politikerin in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung"
(Freitag-Ausgabe). Deshalb wolle sie für die zukünftigen
Sonderprogramme für Langzeitarbeitslose daraus Konsequenzen ziehen.
"Der Mangel der bisherigen Förderung war, dass die Betreuung der
Langzeitarbeitslosen, wenn sie eine Arbeit angenommen haben, zu früh
beendet wurde", sagte die Ministerin. Deshalb solle ab jetzt die
Begleitung im Job beispielsweise um ein halbes Jahr verlängert und
intensiviert werden. Unter der rund einen Million
Langzeitarbeitsloser gebe es "einige Hunderttausend, die es schwer in
einem normalen Job haben: Die müssen wir ins Arbeitsleben
integrieren, ohne den Anspruch, sie unbedingt in eine reguläre
Anstellung zu bringen." Mit Blick auf das vom Kabinett beschlossene
Mindestlohn-Gesetz stellte die Ministerin eine Abschaffung der
Sonderklausel für Langzeitarbeitslose in Aussicht, falls die
Arbeitgeber die Regelung missbrauchen sollten, wonach
Langzeitarbeitslosen für ein halbes Jahr nicht zwingend mindestens
8,50 Euro pro Stunde bezahlt werden muss. "Wir sollten nichts
unterstellen. Wenn die Prüfung Missbrauch ergibt, dann werden wir
daraus Konsequenzen ziehen, und zwar gemeinsam mit der Union. Das ist
so verabredet."
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