(ots) - Heute schon Angst gehabt? Nicht? Wir sollten aber
Angst haben. Oder wenigstens besorgt sein. So oder so ähnlich klingen
nach jedem neuen Fall gestohlener Online-Daten die (Er-)Mahnungen an
uns Verbraucher, mehr für die Sicherheit unserer Mailkonten und
Portalzugänge zu tun. Also denken wir uns die wildesten
Zeichenkombinationen aus, auf die selbst die NSA nicht im Traum
kommen würde, hinterlegen diese nur handschriftlich wie in den guten
alten Zeiten unter der Matratze - und was passiert? Die nächste
Nachricht schlägt ein, wieder sind Millionen Menschen Freiwild für
Datendiebe. Und da darf man schon die Frage stellen, ob nicht auch
Behörden und Unternehmen das Thema Cybersicherheit eigentlich mit dem
nötigen Ernst angehen müssten? Natürlich ist der Kampf mit den
Hackern ein ewiges Wettrüsten, aber in der jüngeren Vergangenheit
haben diese ein paar Mal zu oft gewonnen, während offizielle Stellen
lange brauchten, um zu reagieren oder gar zu informieren. Erinnert
sei in diesem Zusammenhang an die Botnet-Attacke vor einigen Monaten.
Es stimmt, jeder Nutzer ist zu einem nicht geringen Teil selbst für
die Sicherheit seiner Daten verantwortlich. Aber keinesfalls
ausschließlich: Auch die Anbieter müssen ihre Hausaufgaben machen und
gegebenenfalls strikter kontrolliert werden. Es darf nicht sein, dass
sich immer größere Teile unseres Alltagslebens ins Netz verlagern und
gleichzeitig dort nur diejenigen sicher sind, die sich selbst
fortgeschrittene Verschlüsselungstechniken beibringen können. Hier
tut sich ein Tätigkeitsfeld auf, auf dem der neue Internetminister
Dobrindt durchaus reüssieren könnte. Wenn er denn das Problem schon
als solches erkannt hat.
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Florian Giezewski
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